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Der Chef spricht bei der BUGA von einem Gesamtkunstwerk

Von so manchem belächelt, sind Sie bei der BUGA-Vorbereitung mit der Losung "auf gutem Wege" hausieren gegangen. Sind Sie denn inzwischen wirklich auf gu-tem Wege, zum Beispiel bei den Bauvorhaben?
Was heißt denn "hausieren gegangen"! Ich habe Überzeugungsarbeit geleistet. Sie brauchen starke Nerven, um ein derart komplexes Projekt zusammenzubinden: die Vielzahl der beteiligten Behörden und Ministerien in Stadt und Land, die vielen Architekten, Ingenieure und Firmen des Garten- und Landschaftsbaus - sie alle gestalten das Gesamtkunstwerk Bundesgartenschau. Und das gleich in doppelter Hinsicht: an zwei Standorten mit völlig unterschiedlichen Konzeptionen. So etwas hat es in der über 50-jährigen Geschichte von Gartenschauen noch nicht gegeben. Ja, wir sind im Zeitplan. Und jeder Tag, der noch vor uns liegt, steigert die Qualität dieser einzigartigen Veranstaltung in Thüringen. Ich kann jetzt schon versprechen, dass am 27. April 2007 eine exzellente und erfolgreiche Veranstaltung beginnen wird. Der Grundaufbau ist weitgehend abgeschlossen. Die Gärtner bereiten sich jetzt auf die große Herbstpflanzung vor, die uns alle dann im Frühjahr mit Blütenzauber überraschen wird.
Hängebrücke "Drachenschwanz", Aussichtsturm, Arboretum und noch mehr machen die Neue Landschaft Ronneburg zu einem Besuchermagnet. Aber welche Attraktion bietet dagegen der Hofwiesenpark?
Den Pessimismus, der in Ihrer Frage mitschwingt, kann ich nicht nachvollziehen. Wie sah der Hofwiesenpark denn vor der Entscheidung aus, die BUGA nach Gera zu bringen? Mittendurch führte eine stark befahrene Bundesstraße. Und jetzt? Viele der über 25.000 Leute, die sich am "Tag der offenen Baustelle" im Frühsommer ein eigenes Bild vom Stand der Vorbereitungen machten, waren vor allem davon begeistert, was im und um den Hofwiesenpark bisher entstanden ist. Sie haben ihn nicht wiedererkannt. Das Gartenevent ist ein Segen für Gera, Ronneburg und die gesamte Region.

Nur durch den Motor Bundesgartenschau fühlte sich das Land Thüringen verpflichtet, viele Projekte finanziell in erheblichem Maße zu fördern: der neue Sportpark in Heinrichsgrün, die neue Rollschuhschnellbahn, eine neue Skaterbahn, ein neues Hallenbad, die Westtangente und, und, und. Nicht zu vergessen die 300.000 Quadratmeter Erholung pur - immerhin die Größe von 30 Fußballfeldern. Hier lässt sich Natur hautnah mit allen Sinnen erleben.
An den Ufern der Weißen Elster können die Besucher Füße und Seele gleichermaßen baumeln lassen. Oder der nach historischem Vorbild rekonstruierte Park der ehemaligen Fabrikantenvilla Jahr: Hier erhalten Steinmetze und Friedhofsgärtner einen geradezu idealen Standort für ihren Ausstellungsbereich "Grabgestaltung und Denkmal", seit jeher ein Publikumsmagnet bei Bundesgartenschauen.
Ein weiteres Beispiel ist das Veranstaltungsoval. Hier hebt sich der Vorhang für jede Menge Konzerte, Shows und Tanzeinlagen. Sie können auf dem Spielplatz mit den Kindern Verstecken spielen. Oder der barocke Küchengarten mit der Orangerie, die dann zur Bundesgartenschau die Otto-Dix-Ausstellung wieder beherbergen wird.

Eines der Markenzeichen der BUGA könnte sein, wenn wir echte Thüringer Gastronomie anbieten (z.B. einen ständigen Bauernmarkt). Wie weit sind diesbezügliche Vorstellungen gemeinsam mit dem Einzelhandel, den Gaststätten, Hotels und Pensionen gediehen?
Thüringer Gastlichkeit gehört zu den Grundelementen der Gastronomie in den beiden Ausstellungsbereichen. Der in einem mehrstufigen und vor allem unter Thüringer Beteiligung bundesweit durchgeführte Wettbewerb hat mit der Firma GCS Großveranstaltungs- und Cateringsservice GmbH einen erfahrenen Gastronomen gewonnen. Mit ihm werden Vertragsverhandlungen mit dem Ziel geführt, nicht nur möglichst viele Thüringer Produkte auf den BUGA-Tisch zu bekommen, sondern auch ortsansässige Mitarbeiter über viele Monate beschäftigen zu können. Das Gleiche gilt natürlich auch für den Gärtner- und Bauernmarkt in Gera und Ronneburg sowie für die Pflege der beiden wertvollen Parkanlagen, für die man sich eine zukunftsfähige Nachnutzung vorstellen sollte.
Um Gäste nach Gera und Ronneburg zu locken, wäre es gut, wenn möglichst viele Reiseveranstalter die BUGA in ihr Veranstaltungsprogramm aufnehmen würden. Wie sind die Aussichten?
Sehr gut. Unsere Präsenz auf vielen wichtigen Fach- und Freizeitmessen in Berlin, Leipzig oder Köln, wodurch wir bis zum BUGA-Start weit über zwei Millionen potenzielle Besucher erreichen, zahlt sich schon jetzt aus. Über 25 Prozent aller Reiseveranstalter, die von Deutschland aus Busreisen organisieren, haben bereits Verträge mit uns abgeschlossen. Die Zahlen steigen weiter. Auch die vorbestellten Kartenkontingente können sich sehen lassen. Noch bevor die Pforten des Gartenevents geöffnet haben, wurden bereits über 100.000 Tickets geordert. Nachdem in den letzten Monaten die technischen Voraussetzungen für eine erfolgreiche BUGA gelegt worden sind, rühren wir jetzt verstärkt die Werbetrommel mit aufmerksamkeitsstarken Marketing-Aktionen und Info-Offensiven.
Der Geraer Kleingartenverband hält seine Präsenz auf dem BUGA-Gelände für nicht ausreichend. Soll das so bleiben?
In einer Bundesgartenschau präsentiert sich in der Regel der Zentralverband mit seinen nachgeordneten Bundes- und Landesverbänden. In den ersten Gesprächen mit den Vertretern der Thüringer Kleingärtner wurde seitens der BUGA eine Musterkleingartenanlage in Ronneburg angeboten. Verbandsinterne Regularien führten jedoch zu einem Verzicht für den Ausstellungsteil Ronneburg und stattdessen zu einer Präsenz in Gera. Kleingartenanlagen sind von der jeweiligen Kommune planungsrechtlich als Dauerkleingartenanlage zu sichern, um überhaupt eine finanzielle Realisierung zu ermöglichen. Das war für die Stadt Gera nicht möglich. Wo wollte man sich denn eine solche Anlage im Hofwiesenpark oder im Küchengarten vorstellen! Wir bedauern die scheinbare Unzufriedenheit des Geraer Vorstandes, der sich aber nach unserer Kenntnis offenbar nur Dritten gegenüber artikuliert. Die Vorbereitungen sind weit gediehen, und wir freuen uns alle auf einen informativen Ausstellungsbeitrag, wie wir es seit Jahrzehnten von den Kleingärtnern gewohnt sind.
Die relativ geringe Besucherzahl in München wird auch auf die hohen Eintrittspreise zurückgeführt. Gera machts’s nach. Ist das wirklich endgültig?
Was heißt denn hoch? Wenn Sie heute ins Kino gehen, dann zahlen Sie zwischen sechs und acht Euro pro Vorstellung. Und nach zwei Stunden Filmvergnügen ist der Spaß in der Regel zu Ende. Das BUGA-Ticket für 16 Euro - ermäßigt 14 Euro - hingegen ist täglich je nach Sonnenstand zwischen zehn und zwölf Stunden gültig und enthält nach dem Besuch beider Standorte mit den unterschiedlichen Erlebniswelten alle Veranstaltungen, die an diesem Tag auf dem Programm stehen, inklusive Bus-Shuttle zwischen den beiden Ausstellungsbereichen Gera und Ronneburg.
Nehmen Sie ein anderes Beispiel: die BUGA-Dauerkarte für 80 Euro. Damit können Sie die Bundesgartenschau besuchen, so oft sie wollen. 20 Hallenschauen können erlebt werden. 2000 Veranstaltungen bieten sich an. Das Preis-Leistungs-Verhältnis kann ab dem 27. April 2007 an 171 Tagen jeder selbst testen und mit anderen Produkten vergleichen. Zum Beispiel auch mit einem Halbjahresticket für beliebig viele Besuche im Hofwiesenbad und in den Freibädern der Stadt. Das kostet mit 270 Euro mehr als drei Mal soviel.

( Harald Baumann, 29.09.2006 )

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