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Einer kommt als Milo

Zur Premiere eilten gleich gut 1000 Zuschauer. Im Vorjahr waren 2400 zahlende Gäste auf den Verlauf eines der schon größten Kraftsportereignisse Deutschlands gespannt. Und noch immer ist der im Milleniumsjahr 2000 vom FSV Einheit Eisenberg ins Leben gerufene "Milo Barus-Cup" zu Ehren des legendären Artisten Emil Bahr für Überraschungen bei Aktiven und Besuchern gut: In der Arena zwischen Milo’s Waldhaus und Meuschkensmühle werden ihm am 3. Oktober ab 13 Uhr im Mühltal wieder 15 starke Mannsbilder nacheifern.
Freilich in fünf zum Teil variierten Disziplinen: So kommt zum schon bekannten (Beton-)Koffer tragen oder Gewichthochwurf und beliebten Holzstamm heben (ab 200 kg) diesmal mehrfaches Reifen wenden im Zeitlimit sowie Be- und Entladen eines LKW mit massigen Bierfässern. Erstmals hat sich ein komplettes Team aus Weißenfels für Sachsen-Anhalt zum Wettkampf angesagt. Es darf frei spekuliert werden, ob das die Vorjahressieger aus Kitzscher oder die Gäste aus Tschechiens Domazlice in Schach hält bzw. ob die ehrgeizigen Geraer Nachbarn mit Jonas Drechsel, Birger Liedtke und Lokalmatador Robert Förster für Thüringen den großen Pokal endlich wieder holen. Vielleicht redet da ja auch die stimmgewaltige Kulisse der Fans wieder ein paar Wörtchen mit. Als Vorbote aus Schwerin startet Enrico Schütze. Das lässt auf die wachsende Popularität des Spektakels schließen.
Auch in Sachen Histörchen können die Veranstalter nachlegen: Was ist dran, dass ein erfolgreicher Leichtathlet in die Fußtapfen des so beliebten wie bestaunten Kraftsport-Weltmeisters treten sollte? Recken der überaus erfolgreichen DDR-Kugelstoßergarde kommen als Ehrenjury zum Cup und sollen das Rätsel auflösen: dabei Olympiasieger Udo Beyer, die Europameister Hartmut Briesenick und Dieter Hoffman sowie der "ewige Zweite" Heinz-Joachim Rothenburg. Die einstigen Spitzenathleten erwägen 2007 das alljährliche gesellige Treffen aller Kugler dort zu feiern. 1976, als Beyer in Montreal Gold gewann, schlug Milo Barus (70-jährig) zur Fernseh-"Nacht der Prominenten" nochmals mit bloßer Hand einen Nagel in ein Holzbrett. Jetzt übernehmen die Promis Disziplinen-Patenschaften und werden über ihre Art des Krafttrainings plaudern. Im Showteil vor der Siegerehrung tritt u.a. René Hofmann auf, der kürzlich zum Königshofener Jubiläum weltrekordverdächtig 795 Telefonbücher in zwei Stunden zerriß und mit Einlagen manchen Besucher des Cups verblüffte. Überrascht werden könnten aber die Veranstalter selbst:
Was, wenn nach Robert Schieferdeckers Interview anlässlich des 100. Milo-Geburtstags mit dem Schweizer Radio plötzlich kräftige Eidgenossen auf dem Rasen stehen? "Dann wird unser Starterfeld erweitert.", sagt der Organisator gelassen und freut sich über mehr internationale Resonanz. Schließlich hat er schon Guinness-Rekordbuch-Versuche gemanagt. Und wo nun an der Meuschkensmühle endlich ein weiterer Wirt den Biergarten öffnet und das Ambiente rund macht ... werden viele ihren Erinnerungen an den Star vom Mühltal freien Lauf lassen. Ehemalige Artistenkollegen traten hier schon auf. Jedes Jahr bringen Zuschauer Fotos usw. mit und erzählen persönliche Begebenheiten. Das macht die Atmosphäre um den Cup aus. Freundlich, einladend; und im Vorfeld der 40-Jahr-Feier des Gastgebervereins nun auch mit ein paar Souvenirs.

( Thomas Triemner, 29.09.2006 )

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