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Sächsischer (Kultur)Bahnhof geht mit attraktivem Programm an den Start

Jahrzehntelang stand "Postamt" über dem Eingang. Nun prangt dort wieder der alte Schriftzug. Er weist das rote Ziegelgebäude als das aus, was es seit dem 1. April 1893 für rund 20 Jahre war, der "Sächsische Bahnhof". Vergangenen Sonnabend legten die Mitglieder der Betreibergesellschaft SBG zusammen mit Freunden und Interessenten bei einem Arbeitseinsatz nicht nur letzte Hand am wiederhergestellten Namen an (siehe Foto). Vielmehr nahmen sie auch die Außenanlagen in die Kur, beräumten im Innern weiter.
Schließlich solle die große Halle bis Ende Oktober betriebsfähig, sprich für Veranstaltungen fertig sein, betont Günter Stemmler von der Betreibergesellschaft SBG. Was nicht heißt, dass Geraer Bürger, die das gepflegte Bierchen zu ansprechender Kultur genießen wollen, noch bis dahin darben müssen. Nach zunächst lediglich zehn von städtischen Bauauflagen begleiteten Veranstaltungen stehen die Signale für Geras Kulturbahnhof nun dauerhaft auf "Grün". Pünktlich zu Monatbeginn startete der Reigen der Veranstaltungen mit Jazz vom Feinsten, und auch das BahnsteigKino ist ins Rennen um die Gunst der Zuschauer gegangen.
Insgesamt 13 Offerten halten Günter Stemmler und seine Mitstreiter in diesem Monat bereit. Das Spektrum reicht von Musik (fast) aller Couleur inklusive Deutschrock und Punk, über Kino und Familiennachmittage bis hin zur offenen Bühne, auf der sich alle selbst ausprobieren können, die Lust am Darstellen haben. Nicht zu vergessen das Kabarett "Wirsing" mit Stemmler & Co., ohne das es den Kulturbahnhof sicher nicht geben würde. Die früher im Geraer Freizeitclub beheimatete Truppe nämlich musste sich - als die Kommune den Club verlagerte - nach einer neuen Bleibe umschauen.
Auf der Suche nach einem geeigneten Objekt und etlichen vergeblichen Versuchen wurden die Kabarettisten beim denkmalgeschützten Sächsischen Bahnhof fündig. Und weil der allein nur für Kabarettangebote mit 670 Quadratmetern Fläche im mehr als der dreifachen Fläche im Außenraum viel zu üppig war, entstand 2004 die Idee des Kulturbahnhofs, und zwar verknüpft mit einer Gasthaus-Brauerei, um die traditionsreiche Geraer Braukunst wieder zum Leben zu erwecken. Deren Sudkessel sollen in der Haupthalle Platz finden. "Wenn die Finanzierung steht, dann noch bis Jahresende", meint Günter Stemmler.
Da aber beißt sich die Katze in den sprichwörtlichen Schwanz. Zwar haben die Stadt Gera und das Land Thüringen Fördermittel zugesagt, doch fließen die nur, wenn auch eine Hausbank mitzieht. Doch keine von Geras Banken wolle das Risiko eingehen, bedauert er. Dabei sollen einmal 18 Mitarbeiter im Kulturbahnhof beschäftigt sein. Also macht SBG aus der Not eine Tugend, bietet Genuss-Scheine als Wertpapiere an, erwerbbar von jedermann.
Selbstgebrautes Bier, das sie eigens für sich brauen lassen, schenken die Kultur-"Eisenbahner" schon jetzt aus. Das gibts natürlich auch an diesem Wochenende, wenn am Freitagabend "Blues and more" und tags darauf die offene Bühne auf dem Programm stehen. Ansonsten nur abends geöffnet, lädt der Kulturbahnhof zum Tages des offenen Denkmals am Sonntag schon ab 11 Uhr ein.

( Uschi Lenk, 08.09.2006 )

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