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Im Naturkundemuseum: Kleines Fenster einer großen Erdgeschichte

Gera vor 255 Millionen Jahren: Eine flache Bucht am Zechsteinmeer, das Mitteldeutschland überschwemmt hat, in der Nähe des Äquators. An Land im heutigen Raum Trebnitz/Bieblach-Ost wachsen Haine aus Nadelbäumen, urzeitliche Ginkgogewächse und Farne. Ab und zu tappt das saurierähnliche Reptil Protosaurus am Strand entlang und geht auf Nahrungssuche. Im Wasser tummeln sich Quastenflosser, Rochen, Schnecken, Moostierchen, Kopffüßer, Armfüßer und anderes Wassergetier.
Gera im Jahr 2005: Große Erdarbeiten beginnen an der Baustelle der Nordtangente der Autobahn. Zechsteinaufschlüsse erblicken das Tageslicht, und Wissenschaftler und Mineralogen jubeln, handelt es sich doch um den größten Zechsteinaufschluss Deutschlands. Viele Experten reisen an, um vielleicht den Fund ihres Lebens zu machen. Unter ihnen auch Frank Hrouda. Der Geraer, der in Leipzig Germanistik studiert, nutzte seinen Heimvorteil aus und war des Öfteren mit seinem Hämmerchen auf der Baustelle unterwegs. Ihm wie auch den anderen gelangten fantastische Neufunde aus der Zeit des Zechsteins, der Zeitepoche, die innerhalb des Perms nur etwa sieben Millionen Jahre dauerte. "Ein kleines Fenster in der Erdgeschichte", stellte die Leiterin des Museums für Naturkunde, Christel Russe, fest. In der Ausstellung "Die fossile Lebewelt der Geraer Zechsteinlagune vor 255 Millionen Jahren", die zurzeit im Museum zu sehen ist, wird dieses Fenster geöffnet.
Einen großen Anteil am Zustandekommen der Ausstellung mit dem komplizierten Thema hat Frank Hrouda, der sich mit Leib und Seele den Fossilien verschrieben hat. Als er das erste Mal die silberglänzende Schale eines so genannten Krötenkopfes (Horridonia horrida) von einem Feld bei Bieblach in der Hand hielt, sei sein Interesse geweckt worden, erzählt er, und Christel Russe ergänzt: "Ich kenne ihn seit der fünften Klasse, seit dieser Zeit kommt er in unser Museum". Er hat sich ein ungeheures Fachwissen angeeignet, doch damit die Ausstellung auch vor den Augen der Wissenschaftler Bestand hat, nahm er Kontakt mit etlichen Fossilienexperten verschiedener Universitäten auf. So konnte auch der eigene Bestand des Naturkundemuseums, eine einzigartige Sammlung von Fossilien aus der Zechsteinzeit, neu bearbeitet werden. Den Grundstein für die Sammlung legten die Geraer Forscher und Sammler Eisel, Mackroth, Dinger, Rother und Hundt, die bereits ab 1840 die Stücke zusammengetragen haben. Die Geraer Zechsteinsammlung wird als originalreichste ganz Europas eingeschätzt.
Die Ausstellung stellt historische wie auch aktuelle Funde aus dem Geraer Raum vor, aber auch hervorragende Zechsteinfossilien aus dem Kupferschieferrevier Eisleben und Mansfeld. Im zweiten Teil werden im Höhler Nr. 188 Minerale aus dem Zechstein präsentiert. Die außerordentliche Schau ist bis 31. März 2007 zu sehen.

( Helga Schubert, 01.09.2006 )

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