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Hörbares Sprachrohr unserer einheimischen Mittelständler

Ein grünes Blatt, durch das sich eine blaue Linie schlängelt: das ist das Logo Ihres Verbandes. Ist das überhaupt noch zeitgemäß?
Durchaus, obwohl es ursprünglich als BUGA-Emblem geschaffen wurde. Wir sehen inzwischen darin ein Symbol, dass erstens zur Großstadt Gera grün als Farbe der Hoffnung passt und zweitens die nach oben gerichtete Blattspitze einen Pfeil darstellen könnte - quasi als Zeichen für unsere Zielstellung, zum wirtschaftlichen Aufschwung der Region beizutragen.

Als im Mai 2000 der Wirtschaftsverband in den Räumen der Geraer Bank im Beisein des damaligen Oberbürgermeisters Ralf Rauch gegründet wurde, gehörten ihm gerademal 31 Mitglieder an. Wie ist das heute?
Wir starteten in der Tat mit relativ wenigen Mitgliedern. Und die waren größtenteils aus Gera oder der näheren Umgebung. Heute haben wir unsere Mitgliederzahl mehr als verdreifacht auf knapp 100. Sie kommen aus dem gesamten Ostthüringer Raum und sogar darüber hinaus.

Was sind das für Leute?
Zunächst war unser Verband ein mehr oder minder loser Zusammenschluss ohne eine bis ins letzte klare Zielsetzung, also gewissermaßen eine Art Wirtschaftsklub, bald jedoch gedacht als Vereinigung, die einen Beitrag zur Vorbereitung der BUGA Gera-Ronneburg 2007 leisten wollte. Doch dieses Ziel erwies sich zunehmend als zu eng gefasst. Und man musste ja auch an die Zeit nach der BUGA denken.
So sehen wir heute, ohne die BUGA aus den Augen zu verlieren, im weiteren Sinne die Aufgabe unseres Verbandes in der Förderung und Stärkung der regionalen Unternehmen und in der Entwicklung regionaler Wirtschaftskreisläufe. Dazu wollen wir die Kräfte und Kompetenzen der Verbandsmitglieder bündeln. Einheimische Mittelständler bilden inzwischen das Gros. Aber auch Bildungsinstitutionen sind zu uns gestoßen. Wir sehen uns nicht als Interessenvertretung eines bestimmten Wirtschaftszweiges, sondern wollen branchenübergreifend den Querschnitt der Wirtschaft repräsentieren.

Mit der Geburtsstunde gab sich Ihr Verband das Motto "Zukunft-Arbeit-Ausbildung". Hat’s was gebracht?
Ich denke schon. Unser Anliegen ist es, mit konkreten Aktionen die Region wirtschaftlich voranzubringen, Arbeitsplätze zu erhalten oder neu zu schaffen und Ostthüringen wieder lebenswerter zu machen. So wirkten wir mit bei der bereits zweimal erfolgten Aktion "100 Jobs für Gera". Gemeinsam mit der Personalagentur "No limits" und der Wählervereinigung "Arbeit für Gera" sind so eine ganze Anzahl offener Stellen aufgespürt worden.
Ganz wichtig für unser Ziel einer abgestimmten Wirtschafts- und Regionalentwicklung ist es, dass sich die Zusammenarbeit mit den Kommunalchefs der kreisfreien Städte und der Landkreise zunehmend besser bewährt.
Um gezielt und ergebnisorientiert etwas zu verändern, sind seit geraumer Zeit Arbeitsgremien - wir nennen sie Interessengruppen - tätig, derzeit vier; zwei weitere sind geplant. Nehmen wir als Beispiel die Arbeitsgruppe Aus- und Weiterbildung. Eines der wichtigen Aktionsfelder ist es, Arbeitslose über Qualifizierungsmaßnahmen wieder in Lohn und Brot zu bringen. Ist der entsprechende Bedarf ermittelt, werden konkrete Maßnahmen zur Aus- oder Weiterbildung festgelegt. Jährlich betrifft das drei bis vier Dutzend Arbeitnehmer.

Ihr Verband liebäugelte damit, im URBAN-Lenkungsausschuss Sitz und Stimme zu bekommen. Ist daraus was geworden?
Das hat geklappt. Und das ist auch gut so. Immerhin geht es bei URBAN II, wo ja Fördermittel fließen, um die Nutzbarmachung von Flächen, so dass sich Gewerbe oder Wohnungsbau ansiedeln und Investitionen getätigt werden können. Ein solches Projekt ist zum Beispiel der Geraer Ufer-Elster-Park. Hier wird der Aufbau von Kooperationsnetzwerken vorangebracht. So konnten auf diese Weise u.a. etwa 200 Arbeitsplätze neu geschaffen werden.

Seit einiger Zeit sind Sie Vorstandsvorsitzender. Motto: Neue Besen kehren gut, oder?
Seit Mai vorigen Jahres begleite ich dieses Amt. Ich musste nicht beim Punkt null anfangen, sondern fand ein ordentlich bestelltes Feld vor. So hat mein Vorgänger Bodo Michaelis über mehrere Jahre hinweg eine gute Arbeit geleistet.

Angestrebt war auch, dass Ihr Verband zu Nachbarregionen Kontakte aufnimmt. Gestorben?
Nicht doch. Beispielsweise haben wir Kontakte geknüpft zu einem nordbayerischen Wirtschaftsverband und u.a. Delegationen ausgetauscht. Eine vertraglich fixierte Kooperation gibt es inzwischen auch mit der "Wirtschaftsinitiative Mitteldeutschland", die sich für eine länderübergreifende Wirtschafts- und Regionalentwicklung einsetzt. So läge es beispielsweise im Interesse unserer Mitglieder, wenn endlich eine effektive Mitte-Deutschland-Schienenverbindung zustande käme. Sorge macht uns, wie es mit den Ostthüringer Wirtschaftstagen weiter gehen soll.

Kurz etwas zu Ihrem Werdegang...
Ich bin gebürtiger Geraer, Jahrgang 1955. Nach dem Abitur habe ich in Jena Philosophie und Chemie studiert und habilitierte zum Dr. phil. Hauptberuflich bin ich seit längerem Geschäftsführer der Jenaer "i D Gesellschaft zur Entwicklung innovativer Dienstleistungen".

( Das Gespräch führte Harald Baumann, 18.08.2006 )

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