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Wagemutige Fallschirmspringer am Himmel über Leumnitz

Vielsagende Blicke richtet die 35jährige Heilpraktikerin Claudia Kirmis seit Wochenanfang zum vorübergehend graueren Himmel über dem Flugplatz Gera-Leumnitz. Deutschlands Meisterin im Freestyle reiste mit ihrem Video-Mann Sven Zimmermann schon etwas früher an, um sich am Platz der Fallschirmspringer-Weltmeisterschaft 2006 im Training einzuleben. Gut 300 Sprünge hat sie von WM zu WM absolviert. Jetzt zielt sie ehrgeizig auf einen Platz unter den Top 5 und muß wohl besonders mit Konkurenz aus Japan, Italien und Finnland rechnen. Ähnlich schwierig sind die Aussichten für das EADS-Team bzw. FSC Remscheid, die als erfahrene Crews das Gastgeberland unter Vierer- und Achterformationen vertreten und es z.B. mit starker Konkurrenz aus den USA, Russland, Frankreich, Skandinavien und Ozeanien zu tun bekommen. Insgesamt sind 370 Formationsspringer, Freeflyer, Freestyler und Skysurfer aus 29 Nationen zu ihren Championate über die Woche hinweg bis 10. August angekündigt.
Für Sonnabendabend um 19 Uhr ist die Eröffnungszeremonie vorgesehen. Ab 6. August (ca. 8 bis 19 Uhr) gilt es für die Himmelsakrobaten mit fantasievollen, schnellen Wertungsfiguren im Wettkampf zu bestehen und bei aller Verrücktheit oder Geschwindigkeit im freien Fall aus Höhen von 4000 bzw. 3200 Metern auch noch für die Kamerabegleiter gut erfassbar zu sein.
Bei etwa 35 Sekunden "Arbeitszeit" schaffen die Besten schneller als im Sekundentakt ihre Bilderwechsel. Die Juroren wie auch die Zuschauer am Boden sollen auf Großbildleinwand und Monitoren die bis zum Finale je rund zehn Übungen der Teams anschauen bzw. werten können; natürlich besser als man sonst in derlei Entfernung mit bloßem Auge jemals sehen würde. Stände und Wettkampfspannung bei rund 3500 Versuchen sind so selbst für Laien gut nachvollziehbar. Dieser Service ist für alle Gäste kostenfrei. Auch Parkgebühren auf dem Feld am Flugplatz würden nicht erhoben, betont WM-Cheforganisator Matthias Maushake ausdrücklich. Er weiß schon jetzt von großem Medieninteresse wie unter Fernsehstationen, die Bilder aus Geras Luftraum und etwas vom Ruf der Stadt um die Welt tragen werden. Die Festzelte und Garnituren für angemessene Versorgung sind bereits aufgebaut. Das Umfeld familienausflugsfreundlich sein. Und die Fallis seien lockere Leute, auch wenn deren Treiben zu Luft und zuweilen bei den intensiven Vorbereitungen am Boden kurios erscheint.
Nach 31 Jahren kehren Welttitelkämpfe im Parachuting nach Deutschland zurück. Für Gera ist es noch dazu überhaupt die Premiere als Austragungsort einer kompletten WM. Im Jahr 2000 hatte sich der FSSC Gera 4000 e.V. dafür mit der gelungenen Ausrichtung Deutscher Meisterschaften empfohlen. Einige Standortvorteile - von Autobahnanbindung, flugverkehrs-rechtlichen Dingen, bewährten Partnerhotels in leicht erreichbarer Nähe - sprachen für die Ostthüringer und ihre Partner der Aero Fallschirmsport GmbH aus Calden bei Kassel. Den Eröffnungssprung absolvieren übrigens ein Turner und eine Weitspringerin; der ehemalige Reckweltmeister Eberhard Gienger und Weitsprung-Olympiasiegerin Heike Drechsler im Tandem außer Konkurrenz.

( Thomas Triemner, 04.08.2006 )

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