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Erbe Skorupas in Gera bewahrt

Das Geraer Museum für Angewandte Kunst hat für die Erweiterung seiner Bestände zuletzt mehrere Treffer in kurzer Zeit gelandet. Ein erstes Bild oder auch Eindrücke von den dabei zugegangenen Sammlungen aus Schenkungen, Spenden oder Dauerleihgaben lässt sich mit der Sonderausstellung "Keramik, Glas, Papier …" gewinnen, die bis zum 3. Oktober zu sehen sein wird. Jetzt kam ein zweiter großer Coup nach der Übernahme aus dem Nachlaß Hermann Göttings mit bundesweit geschätzer Hilfe der "KulturStiftung der Länder" dazu. So jedenfalls bezeichnete deren Generalsekretärin Isabel Pfeiffer-Poensgen die Ankäufe von Exponaten des international renommierten Malers und Keramikers Horst Skorupa, der 1941 in Breslau geboren wurde und 2004 als Initiator der Künstlerkolonie in Schaddel bei Grimma verstarb. Eingangs der Schau sind von ihm verformte und bemalte Drehköpfe, Wandteller mit größerem Durchmesser, Stangenvasen und elegante Deckelgefäße zu sehen. Sie stehen für Arbeiten aus einer Laufbahn, die einst mit dem Studium an der Kunsthochschule in Berlin begann, ihn eher durch Zufälle als Gestalter besonderer Lichtener Stücke zum bemalten Porzellan führte, schließlich Keramikoberflächen erobern ließ. Mit ihm kam die Renaissance der Fayencemalerei, die ihm in wechselvoller Zeit (er war zwischendurch Leuna-Werker und Kulissenschieber am Theater Görlitz u.a.m.) neue Entfaltungsmöglichkeiten eröffnete, so dokumentiert der Einführungstext. Der ehemalige Kustos der Universitätskunstsammlung von Leipzig, Rainer Behrends, stand dafür Pate und vermittelte auch bei der Übernahme der Werke. Wohl nur aus privaten Beständen ließe sich diese Zusammenschau ergänzen, weil der schwerkranke Skorupa in seinen letzten Lebensjahren einen Großteil seines Schaffens selbst zerstörte, meint der Wissenschaftler zu diesem einzigen geschlossenen Komplex in nun öffentlicher Hand. Prominente Anwesende wie der Sammler Georg Brühl, der dem MAK für verschiedene Dauerleihgaben zur Seite steht, würdigten bei der feierlichen Übergabe des Nachlasses im Wert fünfstelliger Beträge den aktiven Umgang des Geraer Museums mit neuen Beständen in verschiedentlichen Ausstellungen und damit die gezielte und offene Sammlungstätigkeit. Weitere Zeugnisse dafür finden sich in der Exposition nun zum Beispiel mit präsentierten Glasskulpturen von Reinhard Roy aus Frankfurt/Main, der sein gesamtes künstlerisches Schaffen dem MAK anvertraute; mit der Auswahl von Grafiken aus den Schenkungen Günter Kerzigs und aus der Dauerleihgabe Willi Müller-Geras; aus nunmehr verfügbaren Arbeiten Reiner Wiegangs (Erfurt), Claus Hopkes (Berlin) und Karl-Wilhelm Hahnemanns (Leipzig). Sie beweisen ein Stück der Profilierung zu einem Zentrum zeitgenössischer angewandter Kunst in Mitteldeutschland, dass sich als anerkannter Partner der deutschlandweit agierenden KulturStiftung der Länder oder auch der Sparkassenstiftung Hessen-Thüringen für die Bewahrung national wertvollen Kulturgutes empfiehlt. In Zeiten, da Etats für eigene Käufe deutlich knapper sind, tun sich somit alternative Wege für die weitere Entwicklung des Museums auf. Abgerundet wird die Ausstellung mit Arbeiten, die in Kursen bzw. in der Ausbildung an der Musik- und Kunstschule Heinrich Schütz in Gera entstanden. Nun müssen es Besucherströme den Machern noch lohnen.

( Thomas Triemner, 21.07.2006 )

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