Partner

gebr_frank.jpg
verlag_dr_frank_gmbh.jpg
onicom.de.jpg
gera.jpg
RPG_Logo_1.jpg


Hinweise

acrobat_reader.jpg

Button_E_paper.png

Schlagzeilen der Woche

zurück

"Wiedergeburt" von Experten

Kann man erwerbslose Fachleute, Spezialisten, Leitungskader und dergleichen wieder in Lohn und Brot bringen?
Man kann. Jedenfalls hat es ein "Trio Harmonie" vorgemacht. Als Partner knieten sich die Ostthüringer Industrie- und Handelskammer (IHK), die Geraer Arbeitsagentur und die Hallenser "Gesellschaft für Wissenschaftliche Beratung und Dienstleistung" (ISW) in diese Aufgabe. Das Projekt ist auf seine Art einmalig.
Wie das funktioniert, darüber gaben vor der Presse Auskunft: IHK-Geschäftsführerin Ingrid Weidhaas, Arbeitsagentur-Chefin Birgit Becker und ISW-Geschäftsführer Burkhard Klitzke. Erstmals startete 2003/2004 das Vorhaben, arbeitslos gewordenen Experten den Wiedereinstieg ins Arbeitsleben zu ebnen. Soeben konnte Teil 3 des Projektes nach sechs Monaten Laufzeit erfolgreich abgeschlossen werden.
Es gibt einen Leitgedanken, der im marktwirtschaftlichen Alltag leider allzuoft auf der Strecke bleibt: Ältere Fach- und Führungskräfte sollten nicht zum alten Eisen gehören. Die "Oldies", wie wir sie mal respektlos nennen wollen, bringen in jedes Unternehmen einen wertvollen Erfahrungsschatz ein. So war unter den bisherigen Projektteilnehmern eine 58-jährige Frau, die jetzt als Programmiererin ihren Mann steht.
Ältere Fachleute, deren Job gefährdet ist oder die schon ohne Job dastehen, sind nicht nur durchaus vermittelbar, sondern von so manchem Unternehmen auch gefragt. Diese oder jene kleine bzw. mittlere Firma vermag ihren Personalbedarf allein nicht zu bewerkstelligen. Das würde ihre Kräfte übersteigen.
Hier kann das Projekt Abhilfe schaffen. In Phase 1 werden in Unternehmen des Kammerbezirkes freie Positionen ermittelt (Wer braucht wen?). In Phase 2 gilt es sorgfältig zu sortieren und zu testen, wer von den erwerbslosen Fachleuten sich wofür eignet. In Stufe 3 schließlich kommt es darauf an, potenzielle Bewerber mit Hilfe des ISW individuell zu schulen.
Der Bildungsanbieter ISW, der seit Jahren ein leistungsfähiger und zuverlässiger Partner (75 Mitarbeiter!) der IHK ist, wartet mit maßgeschneiderten Bildungsangeboten auf. So bekommt jeder Unternehmer genau die qualifizierte Fachkraft, die er braucht. Und es werden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Bewährte Fachkräfte erhalten eine neue berufliche Perspektive, und die Wirtschaftskraft unserer regionalen Unternehmen wird gestärkt.
Beim jetzt abgeschlossenen dritten Kurs des Projektes gab es 150 Bewerber. 20 Firmen hatten Personalbedarf signalisiert. 17 Teilnehmer konnten vermittelt werden. Erfolgsquote also 78 Prozent. Das sind noch keine berauschenden Zahlen, aber für die Firmen, die ihr brennendes Personalproblem lösen konnten, zahlt sich ihr Mitmachen am Projekt in größerem eigenen Leistungsvermögen aus.

Kerstin Thiel, Geschäftsführerin der Geraer Firma Geologisch-Technische GTG (acht Mitarbeiter) suchte eine kaufmännische Fachkraft. Sie fand sie in Peter Pudig, ein älteres Semester. Derzeit engagiert er sich für die Vermarktung eines Forschungsprojekts zur Bewältigung von Bodenverschmutzung.

( Harald Baumann, 05.05.2006 )

zurück