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Wenn man Benzin im Blut hat... ...kommt man vom Rennsport nicht los - Gerhard Friedrich aus Gera hat sich seine Rennwagen selbst aufgebaut

Wer einmal Rennbenzin gerochen hat und selbst mit Werkzeug umzugehen versteht, kommt von den schnellen Flitzern nicht los. Und das nicht nur seit sich der Formel-1-Zirkus durch die ganze Welt bewegt! Rennsport-Legenden gibt es in allen Ländern und in allen Klassen. Für die DDR waren das Paul Greifzu aus Suhl und der schon nahezu zur Legende gewordene Dresdener Heinz Melkus, der im vergangenen Jahr verstorben ist. Unvergessen ist allerdings seine Leistung. Zu denen, die die Erinnerung an den Konstrukteur und Fahrer wach halten, gehört der Geraer Gerhard Friedrich.
Zwischen 1983 und 1989 gehörte er zum Spitzenteam der DDR und ist damit heute noch einer der wenigen Ex-Rennfahrer, die sich noch selbst hinter das Steuer setzen. Dabei ist ihnen nichts geschenkt worden. Gerhard Friedrich erinnert sich: "Meinen Rennwagen habe ich mir jahrelang selbst mühevoll zusammengespart. Nach Feierabend war ich jeden Abend in der Werkstatt und habe Autos repariert, um die 30.000 Mark für das Auto zu verdienen."
Vorbild für Gerhard Friedrich war eine Maschine vom Dresdner Konstrukteur Heinz Melkus. Dieser hatte wohl - wie auch Gerhard Friedrich - so etwas wie Benzin im Blut. Jedenfalls schaffte er es schon 1977, seine Maschinen im Windkanal der Technischen Universität in Dresden zu testen. "Das hatten damals noch nicht einmal die Formel-1-Rennwagen," erinnert sich der Motorsportler. Aber Heinz Melkus machte vieles möglich, wovon andere kaum zu träumen wagten: Bereits 1951 war er vom Rennsport-Fieber infiziert worden und fuhr Rennwagen in den unterschiedlichsten Klassen, angefangen vom VW-Kübel über einemn BMW 321 bis zum Veritas. Schließlich kam neben anderen auch der Melkus-Ketten-Wartburg hinzu, gefolgt von der Baureihe ‘63 und ‘64, die in der Motorsportwelt sehr schnell als "Melkus-Zigarren" bekannt geworden sind. Die Krönung seiner Arbeit war schließlich der "Melkus RS1000", dem einzigen GT-Rennwagen mit Straßenzulassung in der DDR. Zehn Jahre lang ist er gebaut worden.
Aber Heinz Melkus war nicht nur Konstrukteur und Autobauer, ihn zog es selbst hinter das Steuer. Drei Mal errang er den Titel "Pokal für Frieden und Freundschaft", was einer Europameisterschaft der RGW-Staaten gleichkam, sechs Mal stand er als DDR-Meister auf dem Treppchen. Rund 200 Rennen fuhr Melkus und konnte dabei 80 Siege erreichen. Unerreichbar für viele andere!
Ende Februar hat die Dresdener Messe "auto2006mobil" nicht nur rund 140 Händler angezogen, es kamen auch Tausende Motorsportfreunde, die nicht nur Neukonstruktionen sehen wollten, sondern auch die 16 "Veteranen". Gerhard Friedrich brachte sein Fahrzeug dazu ebenfalls aus Gera mit. Kein Wunder, dass es immer dicht umlagert war und es zu vielen Gesprächen und Fachsimpeleien kam. Rennsportbegeisterung liegt eben im Blut!
Star in Dresden war wieder einmal die legendäre RS1000. Der Sohn von Heinz Melkus, Peter Melkus, hatte mitgeteilt, dass er mit seinem 37-köpfigen Team eine Neuauflage des RS2000 plant. Der neue Rennwagen soll ebenso wie sein historisches Vorbild die bekannten Flügeltüren haben, sich also an das gegenwärtig aktuelle sogenannte Retro-Design anlehnen der "Rest" allerdings wird hochmodern sein. Zur Ausstattung gehören ein Gitterrohr-Rahmen und ein 2-Liter-Motor. Allerdings muß man da schon mit einem Kaufpreis von stolzen 60.000 Euro pro Wagen rechnen, das jedenfalls behauptet die "Dresdener Zeitung".
Inzwischen ist Gerhard Friedrich mit seinen beiden Autos in Gera zurück. Schade, dass man sie in unserer Stadt nur selten sehen konnte. Schließlich haben auch viele Geraer Benzin im Blut.

( Reinhard Schubert, 10.03.2006 )

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