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Bühne am Park hat ihre Bretter aufgeschlagen

Lampenfieber auf allen Seiten. Beim Architekt Klaus Sorger und den Bauleuten und Handwerkern, bei Generalintendant Dr. Eberhard Kneipel, beim Technischen Direktor Thomas Stolze und nicht zuletzt bei den Künstlern. Die einen, weil sie hoffen, dass ihr Gebäude, die Bühne am Park, die Feuertaufe besteht und angenommen wird, die anderen, weil sie die Premiere der neuen Spielstätte mit einer Premiere begehen. Wenn auch noch die Schlagbohrmaschine im Nebenraum ratterte, noch gehämmert und geklopft wurde, proben konnten die Theaterleute schon. Beim Presserundgang standen die Kulissen bereits in der Studiobühne, an die 100 Scheinwerfer waren montiert und gerichtet. Die Bretter waren also aufgeschlagen für die erste Vorstellung von "Mozart und Salieri", eine Oper von Rimski-Korsakow, und "Der Schauspieldirektor", eine Komödie mit Musik von Mozart am Sonnabend, 17. Dezember.
In der Vergangenheit hat es stets eine gespaltene Meinung zu dem Neubau gegeben. Darüber ist sich der Geraer Architekt Klaus Sorger durchaus im klaren. Er habe aber von Anfang an die Lösung im Auge gehabt, dass sich das neue Gebäude dem im Jugendstil errichteten Großen Haus dezent unterordnen müsse. "Über Inszenierungen streiten wir uns, warum soll man nicht auch über einen Bau streiten", überlegte er. "Außerdem", so schwärmte er, "spiegeln sich in der Außenhaut die Jahreszeiten wieder". Die Fassade wurde mit einem Material beschichtet, das das Licht reflektiert. Das Foyer bestätigt nochmals den Namen Bühne am Park, die Glasfront über zwei Geschosse bietet barrierefreien Blick.
Das neue Haus ist kein beschauliches kleines Theater, sondern es ist ein funktionales Gebäude, in dem die Technik den Vorrang hat. Deswegen gibt es auch keine Deckenverkleidungen, sondern nur Deckensegel, die einen Blick auf Kabelstränge und Rohre gewähren. Zentrum des Bauwerkes ist die Studiobühne, die je nach Vorstellungsart variabel gestaltet werden kann. 200 Besucher finden hier Platz. Für die Besucher eine Tabuzone ist die Probebühne, die optimale Bedingungen für Darsteller und Regisseure bietet, denn die Probebühne entspricht der Flächenproportion der Hauptbühne. Vom Foyer aus gelangt der Gast in das Abobüro und eine Treppe tiefer zu den Garderoben und Toiletten (alles behindertengerecht gestaltet) sowie eine Treppe höher in denn gastronomischen Bereich, in dem sich die Theaterkantine befindet, und in dem Räume nach Bedarf vergrößert oder verkleinert werden können.
4,8 Millionen Euro investierte die Stadt Gera und das Land Thüringen in den Neubau, 23,45 Millionen Euro in die Gesamtsanierung des Theaters. "Das festigt den Bestand und die Substanz unserer Theaterlandschaft in Thüringen", unterstrich OB Ralf Rauch. "Eine Spielstätte, die uns gehört", ist Dr. Kneipel froh angesichts der sieben Spielstätten während des Umbaus. "Hier können wir gestalten und kreativ mit dem Haus umgehen." Das Publikum darf neugierig sein.

( Helga Schubert, 16.12.2005 )

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