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"Mister Wohnungswirtschaft" ist ein Rechenkünstler


Eigentlich sollte der Geschäftsführer der Geraer Wohnungsgesellschaft mbH (Gewo) in den Ruhestand verabschiedet werden, doch wie es nun aussieht, kommt er so schnell von dem Unternehmen nicht los. Gleichzeitig mit seiner Verabschiedung bat ihn Wolfgang Schnur, Mitglied des Vorstandes der DKB Immobilien AG, doch noch bis Januar 2006, bis der Nachfolger zur Verfügung steht, auszuhelfen. Es ist also mehr ein Unruhestand. Durchaus keine Überraschung für Horst Richter, für seine Familie und alle, die mit ihm zusammengearbeitet haben.
15 Jahre hat er die Geschicke der Gewo, die seit 1991 als selbständige Gesellschaft besteht, geleitet. Begonnen hat er als Herr von rund 14.500 Wohnungen. Heute sind es noch 9500 Wohnungen, angestrebt sind 7500. Einen unglaublichen Prozess nannte Wolfgang Schnur die Bewältigung des Problems, den Wohnungsbestand zu schrumpfen, doch dabei nicht zu stagnieren. In seiner Laudatio zur Verabschiedung des Gewo-Geschäftsführers im Hotel Courtyard bei Marriott würdigte der DKB Immobilien-Vorstand die großen Verdienste von Horst Richter.
Er habe mit Eifer und Akribie den Grundbucheintrag der 7000 Wohnungen in Lusan vorangetrieben und dabei den Grundstein für die spätere und erste Sanierung von Plattenbauten überhaupt gelegt. Altschuldentilgung, Stadtumbau - weitere Themen mit denen sich der Gewo-Geschäftsführer zu befassen hatte. 250 Millionen Euro wurden in seiner Dienstzeit investiert.
In der Lehrzeit hatte sich Horst Richter weniger mit Häusern als mehr mit dem unterirdischen Raum befasst. Er lernte Hauer, begann später ein Studium und entdeckte seine Liebe zu Zahlen - Kopfrechnen, eine Leidenschaft. Wismut, Chemiewerke, dann Stadtwerke und schließlich Geraer Wohnungsgesellschaft. Seit 2002 ist die Gewo kein städtisches Unternehmen mehr, sondern wurde von der DKB Immobilien AG gekauft. Eine Zusammenarbeit mit diesem Unternehmen besteht jedoch bereits seit 1992. "Schon da hatten wir mit Herrn Richter zu tun. Und Herr Richter glaubt nie etwas, nicht einmal die Uhrzeit. Er muss alles hinterfragen", schmunzelte Wolfgang Schnur.
In vielen weiteren Ansprachen, die an diesem Abend gehalten wurden, wurden auch Hartnäckigkeit und Diplomatie, Engagement und Loyalität als Charaktereigenschaften genannt. Aufrichtigkeit und Geradlinigkeit bescheinigte ihm der Vorstandsvorsitzende und Verbandsdirektor des Verbandes Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, Norbert Nareyke. "Mister Wohnungswirtschaft - ein guter Kaufmann und Kenner der Zahlen wurde Horst Richter von Bürgermeister Norbert Hein genannt. "Die Belegschaft wird mit Wohlwollen an ihn zurückdenken", versicherte die Betriebsratsvorsitzende Gabriele Fugmann. "Er fühlte sich sozial verantwortlich", bestätigte Thüringens Finanzministerin Birgit Diezel. Er habe Beispielhaftes geleistet.
Horst Richter, der sehr bewegt für die freundlichen Worte dankte, gab zu, dass er vor 51 Jahren als er sein Berufsleben mit der Lehre als Hauer begann, nie daran gedacht hat, dieses als Geschäftsführers eines Unternehmens zu beenden. Die letzte 15 Jahre wären aber seine interessantesten gewesen, Sein Dank richtete sich an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiterinnen, an die Gesellschaften und Aufsichtratsgremien, an Ämter des Landes und der Stadt, an Verbände und Auftragsnehmer und nicht zuletzt an seine Familie, die mit Ehefrau und zwei Töchtern stets an seiner Seite gestanden hat.

( Helga Schubert, 07.10.2005 )

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