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Geschichten vom Alltag in Fotografien

Die Vorwürfe des Großvaters "Du bist Fotograf, und wir haben kein einziges Bild von unseren Enkelkindern", hat sich Daniel Gasenzer zu Herzen genommen und begonnen, seine Kinder zu fotografieren. "Am Anfang habe ich das nur für mich getan", gab er dazu, "aber dann habe ich gesehen, dass die Bilder eine ganz neue Dimension entwickeln, dass sie nicht nur nach innen für das Familienalbum wirken, sondern eine bestimmte Spannung und eigene Stimmung nach außen tragen". Der zweifache Familienvater (Jahrgang 1974), der an der Universität in Essen studierte, fasste die Fotografien in seinem Künstlerbuch, dass er einfach "Familie" nannte, zusammen. Ergebnisse daraus reichte er für den vom Geraer Museum für Angewandte Kunst ausgeschriebenen Aenne-Biermann-Preis ein und gewann den ersten Preis". "Ich gewinne gern", lachte er. Seine Bilder bestechen durch ihre emotionale Nähe, mit der er Wesentliches und Existentielles über das ganz alltägliche Familienleben aussagt. Dann sagt er ganz verschmitzt: "Diese Fotos haben die Großeltern nicht in ihrem Fotoalbum". Dafür können sie in der Ausstellung des 7. Aenne-Biermann-Preis-Wettbewerbes im MAK bewundert werden.
Der zweite Preis wurde ebenfalls für ein Buchprojekt vergeben. Ihn erhält der 1971 in Zgierz (Polen) und heute in Dortmund lebende Gerhard Kurtz. "Haus, Weg, Baum" nannte er das Buch. Die 63 Schwarz-Weiß-Fotografien stammen aus der unmittelbarer Lebensumwelt in Dortmund. Dinge und Situation sprechen bei aller scheinbaren Schlichtheit eine geheimnisvolle Sprache. Das eigene Empfinden kann stets an der Wirklichkeit überprüft werden.
Die dritte Preisträgerin heißt Julia Christie, die 1973 geboren wurde und ebenfalls in Essen studiert hat. Heute lebt und arbeitet sie in Berlin. Ihre Fotografien seien keine Zufallsprodukte, sondern vorher schon fast bis ins Detail im Kopf entstanden, sagte sie. Um sie zu verwirklichen, begab sie sich bis nach USA und Australien. Den Surrealisten nachempfunden, arrangiert sie in spröder-bizarrer Umgebung Dinge und Personen. Auf diese Weise entstehen Bilder, die paradoxe, skurrile, aber auch ironischen Situationen aufzeigen und den Betrachter überraschen.
Die Preisträger wurden aus 816 eingereichten Arbeiten von 348 Autoren ausgewählt. Wie auch in den Jahren zuvor vermittelte der Aenne-Biermann-Preis einen umfassenden Überblick für die zeitgenössische Fotografie in Deutschland. Im Gegensatz zu den vorherigen Wettbewerben, bei denen inszenierte, teils exzentrische Bildwelten vorgestellt wurden, überwiege diesmal die Realität. Die junge Generation der Fotografen zeigten den Alltag, erzählten Geschichten und ließen Gefühle sprechen, stellte Museumsleiter Klaus-Peter Jakobson fest. Die Ausstellung, in der weitere mit Anerkennung bedachte Fotografien zu sehen sind, wird bis zum 6. November gezeigt.

( Helga Schubert, 23.09.2005 )

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