Partner

gebr_frank.jpg
verlag_dr_frank_gmbh.jpg
onicom.de.jpg
gera.jpg
RPG_Logo_1.jpg


Hinweise

acrobat_reader.jpg

Button_E_paper.png

Schlagzeilen der Woche

zurück

Kulturgenuß und einen kräftigen Schluck vom Hausbräu

Junge Leute wollen eine alte Geraer Tradition wieder zu leben erwecken: Das Brauhen von Bier in kleinen Hausbrauereien. Das war im mittelalterlichen Gera eine weit verbreitete Tradition.
Allerdings geht es nicht nur ums Bier. Man hat sich an den überkommenen Begriff "Braukultur" erinnert und legt den Schwerpunkt auf "Kultur". Kein Wunder, denn die jungen Leute kommen fast ausnahmslos aus der Kultur- und Kunstszene unserer Stadt.
Die Idee hat viel für sich: Der alte "Sächsische Bahnhof" (rotes Backsteingebäude am Südbahnhof") soll zur ersten Geraer Stadthausbrauerei umgewandelt werden, Unter ihrem Dach sollen dann eine Kleinkunstbühne, eine Tanzbühne und eben eine eigene Brauerei untergebracht werden. Bei der Nutzung des Außengeländes denkt man an kleine Märkte, Freiluftkonzerte und Festivals, die zu bezahlbaren Preisen Lebensgefühl und Qualität anbieten. Vor allem aber schweben den Organisatoren Live-Konzerte für alle Altersgruppen vor. Amateurgruppen und Künstlern aus der Region sollen Auftritts-, Darstellungs- und Ausstellungsmöglichkeiten geboten werden.
Inzwischen wurden auch alte Geraer Braurezepte ausgegraben, die für die kleine Gasthausbrauerei geeignet sind. Dabei folgt man dem Beispiel anderer Städte wie Erfurt, Leipzig und Jena. Besonders Leipzig - wenn auch ein ganzes Stück größer als unsere Heimatstadt - hat mit dem Bayerischen Bahnhof hierbei Maßstäbe gesetzt.
Eine neue Heimstadt soll hier auch die bekannte Amateurgruppe "Wirsing" finden, die im vergangenen Jahr als "Kleinkunstbühne im Schwarzbierhaus" bekannt geworden ist und sich inzwischen viele Freunde erworben hat.


Natürlich verlangt ein solches Projekt erhebliche finanzielle Mittel. Daran wird bereits seit September des vergangenen Jahrers intensiv gearbeitet. Bei allem Enthusiasmus für das Projekt - allein können die "Macher" das nicht aufbringen. Aber sie haben Ideen entwickelt, weil keine Bank bereit war, finanzielle Hilfe zu geben. Banken verleihen nur Geld, wenn strenge Kriterien erfüllt werden, aber Kultur und Gastronomie bieten eben nur relativ ungünstige Sicherheiten.
Deshalb hat sich die kleine Initiativgruppe Gedanken gemacht und ein eigenes Finanzierungskonzept entwickelt. Für die Kulturbrauerei sollen sogenannte Genußverträge angeboten werden, eine Art Wertpapier, das einen bestimmten Vermögenswert verbrieft, feste Laufzeit hat und verzinst wird. Mit einer Summe ab 500 Euro ist man dabei, die Laufzeit beträgt fünf Jahre und - laut Angaben der Kultur- und Brauleute - wird ein fester Zins in Höhe bis vier Prozent vereinbart. Erste Zusagen haben die Kul-turleute bereits in der Tasche, das macht sie optimistisch. Auch kleine Summen können einen großen Beitrag leisten
Es soll erst mit dem Bau begonnen werden, wenn alle finanziellen Fragen geklärt sind. "Zeigen wir es den ewigen Pessimisten" meinen die Gründer der Gesellschaft "KulturBrauerei Gera" und hoffen auf eine breite Unterstützung von Leuten, die etwas für die Stadt und ihre Einwohner tun wollen.

( NG/ert, 22.07.2005 )

zurück