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Die Energie in erster Begegnung gespürt

Rund 100 Bewerber wollten gern Generalmusikdirektor am Theater Altenburg-Gera werden. Neun von ihnen wurden "ausprobiert", wie Generalintendant Dr. Eberhard Kneipel, feststellte. Sie durften sich in der zu Ende gehenden Saison dem Publikum als Konzert- oder Operndirigent vorstellen. Drei fielen in die engere Wahl. Einer von ihnen war Eric Solén aus Stockholm in Schweden, der zurzeit stellvertretender Generalmusikdirektor am Oldenburgischen Staatstheater ist. Filmmusiken aus Western-Klassiker lautete für ihn die Aufgabe, und er war ziemlich skeptisch, ob er sie mit dem Orchester und das Orchester mit ihm bewältigen konnte, erzählte er. "Aber meine erste Begegnung war eine große Überraschung", gab er zur ersten Pressekonferenz in Gera zu. Er habe so viel Energie gespürt. Im April trat er mit dem Dirigat von Verdis "La Traviata" vor Orchester und Publikum in Erscheinung. Die Zuschauer und auch das Orchester waren begeistert, und Eric Solén war glücklich. "Ohne Probe", unterstrich er, "aber es hat alles wunderbar geklappt. Ich bin sehr froh, dass meine Musikalität das Orchester und das Publikum begeistert hat".
Eric Solén wird ab 1. August die musikalische Oberleitung für die nächsten fünf Jahre übernehmen. Seinen ersten großen Auftritt als Generalmusikdirektor wird er zur festlichen Spielzeiteröffnung am 10. September im Kultur- und Kongreßzentrum haben. Er dirigiert die internationale Operngala "Zauber der italienischen Oper" mit bedeutenden Solisten der Kammeroper Schloss Rheinsberg.
Wenn auch das neue Programm für die Konzertsaison 2005/2006 bereits gestrickt war, so wird es doch an einigen Stellen die Handschrift des neuen GMD tragen. Ein zweiter Konzertflyer ist erschienen, und er enthält drei Abweichungen. Gleich im ersten Philharmonischen Konzert will er dem Publikum ein Stück seiner schwedischen Heimat nahe bringen. Statt Udo Zimmermann erklingt vor Mozart und Tschaikowski "Parados" von Daniel Börtz (Jahrgang 1943). Im Konzert im Januar, das dem 250. Geburtstag von Mozart gewidmet ist, tauschte er Max Regers Variationen und Fuge über ein Thema von Mozart mit der Jupitersinfonie von Mozart aus. "Für mich ist Mozart das größte Genie, das je gelebt hat", schwärmt Solén von seinem Lieblingskomponisten. Im letzten Konzert der Saison im Juni nächsten Jahres lässt er noch einem einen schwedischen Komponisten sprechen: Wilhelm Stenhammar (1871 - 1927). Publikum und Orchester müssten jedoch jetzt nicht befürchten, mit schwedischen Komponisten überfüttert zu werden, lächelte Eric Solén. "Ich will nur zeigen, dass es bei uns auch gute Musik gibt", sagte er. "International gesehen ist Schweden ein Land da oben, ganz weit weg, wo niemand hingeht". Aber auch da gäbe es gute Komponisten, die eben hier nicht so bekannt sind.
Als Generalmusikdirektor hat er sich vorgenommen, an die erfolgreiche Tradition des Orchesters anzuknüpfen, aber auch stets neues Publikum zu gewinnen. "Theater bekommt viel Steuergelder, wir müssen zeigen, dass das richtig ist", betonte er. So sei ihm die Arbeit mit der Jugend sehr wichtig, ebenso die Förderung neuer Musik. "Musik von heute, muss auch heute gespielt werden", glaubt Eric Solén.

( Helga Schubert, 01.07.2005 )

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