Partner

gebr_frank.jpg
verlag_dr_frank_gmbh.jpg
onicom.de.jpg
gera.jpg
RPG_Logo_1.jpg


Hinweise

acrobat_reader.jpg

Button_E_paper.png

Schlagzeilen der Woche

zurück

Vom Pillendrehen bis zur wohltuenden Bachblütenmischung

Seit 125 Jahren befindet sich die Adler-Apotheke in der Geraer Leipziger Straße/Ecke Zschochernplatz am gleichen Standort. Die Eigentümer kamen und gingen, doch seit 15 Jahren ist sie im Besitz von Silvia Reinhardt, die die Apotheke seit 1976 - in der DDR war sie eine staatliche Apotheke - leitete. Das 125-jährige Jubiläum wird von ihr und ihrer Tochter, Dr. Christine Hartmann, die ebenfalls in der Apotheke arbeitet, gern zum Anlass genommen, um einmal auf die Geschichte des Hauses aufmerksam zu machen, aber auch, um sich bei dem großen Kreis der Stammkunden und bei den Mitarbeiterinnen zu bedanken. In der Zeit vom 4. bis 8. Juli gibt es einen Malwettbewerb für Kinder, ein Preisrätsel, aber es werden auch Venenchecks und ein Vortrag über Venen durchgeführt.
Eine Apotheke vor 125 Jahren sah noch ganz anders aus als heute. Die Einrichtungen in dunklem Holz unterstrichen das Geheimnisvolle und Mystische um die Pillenherstellung, um Kräuterküche und Salbentiegel. Noch weiter zurück können die Klöster als Vorläufer der Apotheken gelten. Die Räume, in denen die Klöster ihre Heilkräuter aufbewahrten, nannten sich "apotheca". Die ersten städtischen Apotheker sind Kaufleute und Händler, die von Stadt zu Stadt ziehen, und die ersten festen Häuser kamen im 14. Jahrhundert auf. In Gera entstand die erste Apotheke um 1600. Dieser Hofapotheke gesellte sich die Stadtapotheke hinzu, und erst 1880 erteilten beide (so waren damals die Bestimmungen) die Genehmigung für die dritte Apotheke, die sich am Zschochernplatz 1 ansiedelte.
Salben rühren, Pillen drehen, Zäpfchen pressen, Säfte mixen - das gehörte zum täglichen Handwerk des Apothekers. "Auch in DDR-Zeiten haben wir noch viel selbst hergestellt. Was haben wir für Pillen gedreht oder Hustensäfte selbst gemixt", erinnert sich die Inhaberin. Außer Salben und Pulver wird heute kaum noch etwas im eigenen Labor produziert. Heute ist die Apotheke neben dem Verkauf und dem Ausreichen der Medizin eine Drehscheibe für Information und Beratung. "Viele Kunden fragen uns nach den Zuzahlungen, nach den möglichen Verordnungen und sogar nach Leistungen der Krankenkassen", erzählt Dr. Christine Hartmann. "Der Informationsbedarf ist einfach sehr groß", stellt sie fest, "aber wir beraten gern". Die Leistungen der Adler-Apotheke reichen von Blut- und Harnsäureuntersuchungen bis zu Wasseranalysen, Bodenproben und Haaranalysen, um Schadstoffe zu ermitteln. "Wir wollen einen Beitrag zur Vorbeugung und Gesunderhaltung der Menschen leisten", versichert Dr. Hartmann. Diesem Anliegen dient auch der monatliche öffentliche Vortrag, der im Haus gehalten wird. Naturheilkundliche Mittel gehören zu den Besonderheiten der Apotheke, in der ganz nach Wunsch des Kunden auch eine Bachblütenmischung zusammengestellt wird. Für ihre herausragenden Leistungen erhielt die Adler-Apotheke das Qualitätszertifikat der Landesapothekenkammer Thüringen.

( Helga Schubert, 01.07.2005 )

zurück