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Auswertung unserer Umfrage "Die Geraer haben das Wort"

"Die Geraer haben das Wort". Das hat Neues Gera bei einer Umfrage angeboten. Unsere Leser haben davon Gebrauch gemacht. Vielen ging es nicht nur um das Kreuz bei der einen oder anderen Frage, die Mehrzahl hat außerdem kurze Kommentare dazu geschrieben. "Ein letzter Versuch", so schrieb ein Einsender, "dass die Bevölkerung vielleicht doch noch Einfluss auf die Politik nehmen kann". Es ist ein Trend sichtbar: Die Einsicht wächst, dass jede Kommune - und so eben auch Gera - nur ausgeben kann, was sie zur Verfügung hat. So wird Verständnis dafür aufgebracht, dass das soziale Netz in der bisherigen Form nicht zu erhalten ist.
In unserer jüngsten Ausgabe hatten wir eine Tabelle veröffentlicht, die sich mit der pauschalen Wertung der einzelnen Fragen beschäftigt hatte. Eindeutig ist es demnach, dass es ein klares Votum für Kinder und Tiergarten gibt, zum Kmpromißbereich gehören Nahverkehr, Sportanlagen, Volkshochschule sowie Bibliotheken. Die Musikschule steht auf der Meinungskippe. Steuererhöhungen und neue Schulden sind für Minderheit der richtige Weg für die Lösung der finanziellen Probleme.
Mit einiger Spannung haben wir der Beantwortung den Fragen nach Geldverschwendungen in unserer Stadt und den Vorschlägen zur Erschließung weiterer Geldquellen entgegengesehen. An Hinweisen hat es nicht gemangelt. Man muss aber eingrenzen: Ein erheblicher Teil dieser Anmerkungen zielt auf die "große Politik" ab, die in der Stadt kaum beeinflusst werden kann. Stellenabbau bei der öffentlichen Verwaltung wird relativ oft gefordert, ohne immer konkret zu sagen, auf welche Dienstleistung man verzichten möchte. Privatisierung von öffentlichen Dienstleistungen wurde nur einmal vorgeschlagen.
"Abbau der Behördenvielfalt, z. B. Obere und Untere Behören und die vielen Beauftragten in Stadt und Land, Zusammenlegung der Länder und Vereinfachung der Gesetzesgrundlagen sowie den Abbau der allgemeinen Bürokratie" fordert ein Leser aus der Hebbelstraße. Eine Bieblacher Einwohnerin hat sich in ihrem Wohnbereich umgesehen und festgestellt, dass die "Sonnenblumenallee" entlang des Fuß- und Radweges Bieblach-Ost zwar gut gemeint sei, aber nicht durchdacht. Die Pfähle seien sinnlos, verkehrsgefährdend und störend. Herr N. aus der Eisenstraße führt als Verschwendung das Roden der alten Bäume und die Neuanpflanzung junger Gewächse an und stellt die Frage: "Wer pflegt nach der Buga die Grünanlagen?" Gleiches stellt P. S. fest und spricht sich für eine bessere Kontrolle der eingesetzten Mittel aus.
Einen Appell richtet eine Bewohnerin aus der Liselotte-Hermann-Straße an die Geraer: "Zur Verschönerung unserer Stadt könnten alle Gartenbesitzer Blumen, Pflanzen und Sträucher abgeben. Das würde der Stadt Geld für andere Dinge erhalten." Für eine attraktive Stadt spricht sich auch Frau E. G. aus und schreibt u.a.: Ich bin wiederholt durch den "Park der Jugend" gegangen, um mich an den Blumenanpflanzungen zu erfreuen. Hinter der Trinitatiskirche wurde begonnen, das Hochbeet für weitere Bäume vorzubereiten. Man kann sich bei den Spendern wirklich bedanken. Es wäre schön, am anderen Eingang (Comma) noch eine Blumenecke zu schaffen. Außerdem ist es eine Pflicht, um das Ehren-Grabmal Wartenburg, dem "Kämpfer für Freiheit und Recht", ein Blumenfeld anzulegen.
Über die Verwendung städtischer Mittel hat sich ein Söllmnitzer Gedanken gemacht und fragt, wozu eigentlich die Bußgelder genutzt werden. Außerdem schlägt er vor, die Ampelanlagen sonntags auszuschalten. Mehr Werbung für die Stadt und attraktivere Sportveranstaltungen kann sich Familie Sch. aus der Kastanienstraße als wichtige Punkte vorstellen. Holger W., Franz-Petrich-Straße, möchte finanzielle Mittel in die Investitionstätigkeit fließen lassen, während ein anderer Leser eine Kürzung der Subventionen in die private Wirtschaft vorschlägt.
Die Stadtbahnlinie 1 ist für mehrere Leser pure Geldverschwendung, den Abstand zwischen den Fahrzeiten der Straßenbahn würde W. D. verlängern wollen, außerdem tritt er für eine Beseitigung des Schilderwaldes auf den Straßen ein und schlägt höhere Landungsgebühren auf dem Flugplatz Leumnitz vor.
Menge und Substanz der Vorschläge - so gut sie auch gemeint sein mögen - halten sich also in Grenzen. Vielleicht auch Ausdruck einer sich breit machenden Resignation, wie man sie nicht nur in Gera spürt. Bleiben wir optimistisch, denn bald haben wir die Wahl. Aber werden wir wirklich wählen können?
Anmerkung: Die Namen der Einsender liegen der Redaktion vor, anonyme Zuschriften haben wir nicht einbezogen.

( NG/ert., 24.06.2005 )

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