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Der Geraer Ostfriedhof

Der Geraer Ostfriedhof ist in seiner Gesamtgestaltung eine sehr attraktive Anlage. Sein Eingangsbereich am Haupttor von der Friedhofsstraße aus ist seit der Einweihung am 10. Juni 1900 fast unverändert erhalten geblieben. Links neben dem Tor befindet sich das Wärterhaus (1901) und rechts die ehemalige Wartehalle für die Trauergäste (1904), in der seit einigen Jahrzehnten ein Gärtnereigeschäft eingerichtet ist.

In der Mitte des sich teilenden Hauptweges steht die Friedhofskapelle und Feierhalle, die seit der Eröffnung des Friedhofes bis ins Jahr 1999 für Trauerfeiern genutzt wurde. Hinter der Kapelle befindet sich das inzwischen stillgelegte Krematorium, das am 12. Juni 1910 in Betrieb genommen worden war. Dieses Krematorium hatte der damalige Stadtbaurat und Architekt Adolf Marsch entworfen, dem eine Gedenktafel am Aufgang zum Mittelteil gewidmet ist.
Die historische Kapelle und Feierhalle sowie das alte Krematorium sind neben weiteren Anlagen des Ostfriedhofes als Kulturdenkmal eingestuft.
Im hinteren Teil des Friedhofes wurde im Jahr 1999 ein neues Krematorium mit Feierhalle und zugeordneten Funktionsräumen eröffnet. Die Einweihung fand am 27. September 1999 statt
Die Belegungsflächen für die Grabstellen sind planmäßig aufgeteilt in einzelne Abteilungen für Reihengräber zur Erd- und Urnenbestattung. Erbbegräbnisse befinden sich überwiegend an der Umfriedungsmauer entlang der Friedhofs- und der Dehmelstraße, aber auch auf ausgesuchten Abteilungen im Gelände, Urnengemeinschaftsanlagen werden seit Ende der 1970-er Jahre zunehmend genutzt.
Für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft sind besondere Flächen eingerichtet. Zahlreiche Grabsteine und -tafeln lassen die letzten Ruhestätten von zivilen und militärischen Opfern erkennen.
Am südlichsten Rand des Ostfriedhofes hatte man in den Jahren 1958/59 den sowjetischen Ehrenfriedhof angelegt. Vorher befand sich dieser Ehrenhain seit 1947/48 auf der heute freien Fläche südlich des alten Krematoriums.
Wer sich bei einem Gang über den Ostfriedhof aufmerksam umschaut, wird an zahlreichen bemerkenswerten Grabmalen bekannte Namen aus der Geschichte der Stadt Gera entdecken, aber auch viele beeindruckende Inschriften über namenlose Opfer der Bombenangriffe sowie Soldatengräber aus den letzten Wochen des Zweiten Weltkrieges. Die gelungene gärtnerische Gestaltung des Friedhofes mit teilweise sehr schönen und seltenen Bäumen und Gesträuchen vermag allerdings die aufkeimenden sinnlichen Gedanken kaum verdrängen.
Über "Friedhöfe in Gera" hatte die Untere Denkmalschutzbehörde der Stadt Gera zwei lesenswerte Hefte herausgebracht (2000 und 2004), in denen verschiedene Autoren sich ausführlich, ergänzt durch zahlreiche gute Fotos, mit diesem Thema befassen.








































( Rudi Nöldner, 17.06.2005 )

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