Partner

gebr_frank.jpg
verlag_dr_frank_gmbh.jpg
onicom.de.jpg
gera.jpg
RPG_Logo_1.jpg


Hinweise

acrobat_reader.jpg

Button_E_paper.png

Schlagzeilen der Woche

zurück

Jeder einzelne Punkt entscheidet

Seit dem Jahr 2001 schreiben die Richtlinie der Europäischen Arzneimittelgesetzgebung und etwas später auch das Deutsche Arzneimittelgesetz die Kennzeichnung von Arzneimitteln mit Blindenschrift auf Faltschachteln vor. Bisherige Anwendungen des nach Louis Braille (1809 - 1852) benannten Blindenschriftsystems gab es bei Verpackungen nur vereinzelt. Mit diesem Schritt wollen die Gesetzgeber die Sicherheit beim Umgang mit dieser sensiblen Produktgruppe weiter verbessern.
Die bisherige Kennzeichnungspflicht von pharmazeutischen Verpackungen war bereits sehr weit gediehen. So waren Bezeichnung, Konzentration, Anwendungsart, Hersteller, Menge, Herstell- und Verfallsdatum, Charge und andere Codierungen vorgeschrieben, ebenso die Mindestschriftgröße und die Sprache, aber auch landesspezifische Sicherheitsmerkmale. Bruchfeste Verpackungen, kindersichere Verschlüsse, wiederverschließbare Behältnisse, Kleingebinde, kontrollierte Vertriebswege mit schneller und vollständiger Rückverfolgbarkeit und andere Maßnahmen lassen Unfälle und Verwechslungen seltener werden.
Mit der Blindenschrift soll eine erhebliche Lücke im sicheren Umgang geschlossen werden. Immerhin leben allein in Thüringen ca. 5000 Blinde und ca. 12.000 hochgradig Sehbehinderte.
Die Firma Gebr. Frank ist seit über 40 Jahren Hersteller von Verpackungsmitteln, insbesondere von Faltschachteln für die Pharmazie. Seit 1994 besteht ein Qualitätsmanagementsystem nach DIN ISO 9000, um die vielfältigen und sehr speziellen Anforderungen der Kundschaft vor allem aus dem Bereich der Pharmazie gerecht zu werden. So verlässt keine Lieferung von Faltschachteln oder Blisterkarten das Unternehmen, ohne die Warenausgangskontrolle erfolgreich passiert zu haben. Es geht um die absolute Identität der Lieferung mit der Bestellung, um eine möglichst geringe Toleranz und um die Null-Fehler-Zusicherung bei kritischen Merkmalen wie Vollständigkeit und Richtigkeit des Textes, computerlesbare Codierungen und exakte Farben.
Alle diese visuellen Merkmale waren für sehende Menschen ausgelegt. Die Blindenschrift soll nun ein fühlbares Merkmal hinzufügen. Dazu wird das Grundmuster der Blindenschrift, die aus einer Geheimschrift des Militärs hervorging, nämlich ein Raster aus sechs Punkten, die wie die der "Sechs" auf einem Würfel angeordnet sind, in den Karton eingeprägt. Die sechs Punkte erlauben die Codierung von 63 verschiedenen Zeichen, haben sich international in allen Sprachen durchgesetzt und können in geprägter Form erkannt und gelesen werden. Die Ausbildung zum Lesen dieser Schrift erfolgt nur beim Blinden- und Sehbehindertenverband, der seine Geschäftsstelle für Thüringen am Nicolaiberg 5 in Gera unterhält.
Bei einem Gespräch zwischen Peter Och, Vorsitzender des Verbandes in Thüringen, seinem Stellvertreter Richard Hahnemann, weiteren Vorstandsmitgliedern und Dr. Harald Frank, Geschäftsführer der Druckerei, wurde eine Zusammenarbeit vereinbart. Die Vertreter des Blindenverbandes waren erfreut über den Vorstoß der Gesetzgeber, die Lage der Betroffenen zu verbessern. "Es ist erfreulich, dass etwas getan wird. Nur muß die Zweckmäßigkeit, insbesondere die Lesbarkeit, sorgfältig geprüft werden", so die einheitliche Meinung.
Da im Produktionsbetrieb ab August 2006 auch die Richtigkeit und fehlerfreie Lesbarkeit der Blindenschrift auf allen gelieferten Faltschachteln gewährleistet werden muß, ist die Qualitätskontrolle durch in diesem Punkt geschultes Personal erforderlich. Der Blindenverband und Gebr. Frank haben eine Zusammenarbeit vereinbart. Damit kann den Kunden in der Pharmazie (und auch den Patienten) die notwendige Sicherheit gegeben werden, anderseits können Blinde und Sehbehinderte den Erfolg der insgesamt ziemlich aufwendigen Maßnahme kontrollieren und mit gestalten. Für einen Verband mit geringen Beiträgen, rückläufigen staatlichen Unterstützungen und großem Handlungsbedarf auch ein kleiner Schritt zur Verbesserung der finanziellen Situation.

( 14.01.2005 )

zurück