Partner

gebr_frank.jpg
verlag_dr_frank_gmbh.jpg
onicom.de.jpg
gera.jpg
RPG_Logo_1.jpg


Hinweise

acrobat_reader.jpg

Button_E_paper.png

Schlagzeilen der Woche

zurück

Die hiesige Wirtschaft hält Wort bei Lehrstellen

Die Ostthüringer Wirtschaft hat Wort gehalten: Die für das zu Ende gehende Jahr im Thüringer Ausbildungspakt übernommenen Verpflichtungen wurden sogar überboten. So stehen im Bereich der Industrie- und Handelskammer (IHK) 3505 und bei der Handwerkskammer (HWK) 1517 Lehrstellen zu Buche. Die Verpflichtungen lagen bei 3500 bzw. bei 1400 Verträgen. Die damit entkrampfte Lehrstellensituation ist vor allem das Resultat der konstruktiven Partnerschaft von IHK, HBK und Arbeitsagentur.
Um die frohe Weihnachts-)Botschaft vor der Presse zu verkünden, hatten sich als Repräsentanten der Partnerinstitutionen eingefunden: die Geschäftsführerin der Geraer Arbeitsagentur Birgit Becker, der IHK-Hauptgeschäftsführer Peter Höhne und der HWK-Hauptgeschäftsführer Klaus Peter Creter. Die Partner sind sich darin einig, daß freiwillige Vereinbarungen auf der Basis geduldiger Überzeugung sowohl den Jugendlichen als auch der Wirtschaft weit mehr bringen als rigide Vorschriften á la Lehrstellenabgabe.
So waren als Bestandteil der Lehrstellenoffensive von der IHK 8.852 Betriebe angesprochen worden. Die Mitarbeiter der Handwerkskammer haben 5.611 Handwerksbetriebe kontaktiert. Auf diese Weise gewannen die IHK 250 neue Ausbildungsbetriebe und die HWK 121. Das Ziel waren 220 bzw. 100. Erfreulich ist vor allem, daß Ostthüringen die höchste Quote an betrieblichen Ausbildungsplätzen in Thüringen aufweisen kann.
Die Ziele waren ehrgeizig und mit einem Husarenritt nicht zu erreichen. Die Partner beklagen über-einstimmend, daß Ausbildungsfähigkeit und Ausbildungswilligkeit oftmals noch auseinander klaffen. Viele Jugendliche weisen schwache schulische Leistungen auf. Ihre Einstellung zum künftigen Beruf und zum weiteren Lebensweg ist teilweise mangelhaft. So hat im Bereich der HWK ein relativ hoher Prozentsatz der jungen Leute den Lehrvertrag wieder gekündigt oder aber der Betrieb mußte dem Jugendlichen kündigen.
Die Partner des Paktes lassen sich nicht entmutigen. Ihre Antwort ist "EQJ", also Einstiegsqualifizierung im Rahmen der Nachvermittlung. Die IHK-Unternehmen stellten bislang 220 und die Handwerksbetrieb 74 Praktika zur Verfügung. 56 Jugendliche wollen bisher das Angebot nutzen. Es sollten jedoch mehr sein. Viel mehr Eltern müßten besser ihrer Erziehungspflicht nachkommen.
Fest steht: Die Partner lassen nicht locker. Sie werden den Ausbildungspakt auch im neuen Jahr fortsetzen. Ihnen geht es nicht um Zahlenhascherei, wie man sie teilweise den Gewerkschaften anlastet. Die Zusammenarbeit von Arbeitsagentur, IHK und HWK ist offensichtlich auf dem Wege zu einer neuen Qualität. Das ermöglicht es, jedem ausbildungswilligen und -fähigen Jugendlichen eine Lehrstelle anzubieten. Der Tag ist nicht mehr fern, wo die Unternehmen Fachkräfte mit der Lupe suchen werden. Für 2009 wird geschätzt, daß es nur noch halb so viel Schulabgänger geben dürfte.
Nächste Bewährungsprobe für die Zusammenarbeit der Partner ist die für den 19. Januar in Gera anberaumte Bildungsmesse "Berufe aktuell". 80 Firmen (insgesamt 100 Aussteller) wollen "Berufe zum Anfassen" präsentieren. Vorab schon der Appell an alle Schüler und Lehrer: Die Messe ist die beste Gelegenheit, sich über ein breites Lehrstellenangebot zu informieren.

( Harald Baumann, 17.12.2004 )

zurück