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Wer schwarz fährt, schadet sich selbst und uns allen

Analog einer Szene aus dem berühmten Film Die Feuerzangenbowle "... stelle mer uns mal janz dumm" und fragen: Wat is een Schwarzfahrer?
Das ist ein Fahrgast, der nicht im Besitz eines gültigen Fahrscheines ist. Jeder Verkehrsbetrieb, so auch wir, hat Beförderungsbedingungen. Mit unserer großen Tarifreform 1997 haben wir ein einfaches überschaubares Tarifsystem eingeführt - eines der überschaubarsten in Deutschland.
Derzeit gibt es beim GVB im wesentlichen drei Fahrscheinarten: Erstens den Einzelfahrschein zu 1,40 Euro. Zweitens die beliebte Tageskarte zu 2,60 Euro. Sie berechtigt den Inhaber, den ganzen Tag bis zum folgenden Tag früh 4 Uhr die Straßenbahnlinien und die 13 Buslinien unbeschränkt - also so viel er will - zu benutzen. Drittens gibt es die Stadtkarte zu monatlich 35,50 Euro. Sie berechtigt dazu, jederzeit Busse und Bahn rund um die Uhr zu benutzen. Außerdem kann man Kinder bis zum 14. Geburtstag mitnehmen.
Übrigens ist die Stadtkarte übertragbar. Am Wochenende kann sie von zwei Erwachsenen zusammen genutzt werden. Die Stadtkarte wird am meisten gekauft; wer seltener fährt, holt sich überwiegend eine Tageskarte.

Wie sieht es dieses Jahr mit der Schwarzfahrerei bei Ihnen aus?
Obwohl wir also, wie dargelegt, überschaubare und preisgünstige Beförderungsbedingungen haben, gibt es dennoch immer wieder Fahrgäste, die schwarz fahren. Der Geraer Verkehrsbetrieb hat jährlich etwa 20 Millionen Fahrgäste. Leider benutzen etwa fünf Prozent der Fahrgäste die öffentlichen Verkehrsmittel ohne gültigen Fahrschein. Dadurch entgehen uns Einnahmen in Höhe von rund 900.000 Euro jährlich. Es liegt auf der Hand: Diese fehlenden Einnahmen zwingen uns letztlich zu höheren Fahrpreisen. Und damit schadet Schwarzfahren allen Nutzern der Verkehrsmittel.

Weil so viele Bürger das Bezahlen "vergessen", muss sich das doch wohl irgendwie lohnen, oder?
Schwarz fahren lohnt sich nicht. Wer dabei erwischt wird, wird mit 40 Euro zur Kasse gebeten. Ja, und er muss mit einer Strafanzeige rechnen. Denn Schwarzfahren ist eine Straftat. Im vergangenen Jahr haben wir 3.430 Mal Strafantrag gestellt. Hilft das alles nichts, sprechen wir sogar ein Fahrverbot auf Dauer aus. Zurzeit betrifft das 118 Schwarzfahrer.

Wenn Ihnen relativ viele Schwarzfahrer durch die Lappen gehen: Muss man da nicht annehmen, dass die Kontrolle nicht ausreicht?
Im April 2002 haben wir unser Kontrollsystem umgestellt. Seitdem sind rund 60 GVB-Beschäftigte ausgebildet worden und dazu berechtigt, in ihrer Freizeit in den Fahrzeugen zu kontrollieren. Im Ergebnis wurden bis zu fünf Mal soviel Schwarzfahrer ertappt, weil wir jetzt faktisch rund um die Uhr kontrollieren.
Zudem gibt es eine Vereinbarung mit der Geraer Polizei, dass uns die Beamten bei der Kontrolltätigkeit unterstützen. So führen wir regelmäßig gemeinsam gezielte Schwerpunktkontrollen durch, zum Beispiel abends oder nachts. Wir wollen darüber hinaus die junge Generation zu mehr Ehrlichkeit bewegen. Deshalb gehen wir verstärkt auf die Schulen zu.

Haben Sie mal ein paar der gebräuchlichsten Ausreden der Schwarzfahrer auf der Pfanne?
Es gibt von Jung und Alt die unterschiedlichsten Ausreden. Typisch sind: "Wollte erst mein Gepäck abstellen", "Ich kam nicht zum Entwerter durch", "Hab‘ mein Geld zu Hause vergessen", "Bin schon ewig nicht mehr Bus gefahren" und was dergleichen Begründungen mehr sind. Es nützt jedoch alles nichts: Bezahlt werden muss.

( Harald Baumann, 26.11.2004 )

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