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Kaum zu glauben: Höchster Lehrstellen-Zuwachs

Entgegen den alljährlich mit schöner Regelmäßigkeit von Pessimisten ausgestoßenen Unkenrufen konnte die Industrie- und Handelskammer Ostthüringen zu Gera (IHK) verkünden: Soeben wurde für dieses Jahr der 3500. Ausbildungsvertrag unterschrieben. Thomas Körner, Jahrgang 1986, heißt der Glückliche. Er beginnt Anfang Dezember eine Lehre zum Industriemechaniker im Stahlwerk Thüringen (ehemals "Maxhütte Unterwellenborn").
Nicht ohne Genugtuung verwies IHK-Hauptgeschäftsführer Peter Höhne vor der Presse darauf, daß mit dem "Jubiläumsvertrag" die Ostthüringer Unternehmen eine wichtige Verpflichtung im Thüringer Pakt für Ausbildung erfüllt haben. Sie wollten durch gemeinsame Anstrengungen insgesamt 3500 Lehrstellen in den Bereichen Industrie, Handel und Dienstleistungen bereitstellen.
Mit dem vorliegenden Ergebnis wurde nicht nur die Bilanz des Vorjahres um 3,3 Prozent überboten (bis Jahresende kann noch mit einem weiteren Zuwachs gerechnet werden), sondern es wurde auch die höchste Zuwachsrate seit 1990 überhaupt erzielt.
Als günstig dürfte sich erweisen, daß Dreiviertel der Zugänge betriebliche Ausbildungsplätze sowie fast Zweidrittel der gewerblichen Verträge in den neugeordneten zukunftsträchtigen Berufen angesiedelt sind. Die meisten Lehrverträge werden in den Berufen Mechatroniker, Industriemechaniker, Instandhaltungsmechaniker, Koch, Verkäufer, Bürokaufmann und Restauntfachmann abgeschlossen.
Die entspanntere Lage auf dem Lehrstellenmarkt schafft gute Voraussetzungen für den künftigen Fachkräftebedarf, der auf Grund des demokrafischen Abwärtstrends etwa ab 2007 in eine prekäre Lage geraten kann. Natürlich sind die derzeit freundlichen Ergebnisse nicht vom Himmel gefallen. Mit IHK-Hilfe haben sich beispielsweise rund 230 Unternehmen entschlossen, erstmals auszubilden. Kammermitarbeiter haben bis Ende Oktober rund 2300 Unternehmen besucht und etwa 9000 Beratungsgespräche geführt.
Das neue Losungswort heißt Einstiegsqualifizierung. Der Hintergrund: Es gibt eine wachsende Zahl von Jugendlichen, die nicht ausbildungsfähig sind (PISA läßt grüßen!). Derzeit sind 180 junge Leute noch nicht vermittelt. Jüngstens wurden gemeinsam mit den drei Ostthüringer Agenturen für Arbeit in Nachvermittlungsaktionen Wege für einen Soforteinstieg in Ausbildung oder Beschäftigung aufgezeigt.
Für das neue Projekt "Einstiegsqualifizierung mit IHK-Zertifikat" haben Ostthüringer Unternehmen 200 Plätze angeboten. Es geht um ein sechs- bis zwölfmonatiges betriebliches Praktikum. Bei gegenseitigem Interesse ist nach dem "Schnupperkursus" eine Ausbildung möglich. Die Bundesagentur für Arbeit zahlt in der "Probezeit" einen Zuschuß zum Unterhalt der Jugendlichen. 90 Prozent der Nichtvermittelten sind aufgeschlossen gegenüber dem neuen Angebot.
Der Jubiläumslehrvertrag kommt nicht zufällig aus dem Unterwellenborner Stahlwerk. Der Leiter Personal- und Sozialwesen, Helmut Güntsch, berichtete, daß das unternehmen bei 650 Beschäftigen derzeit 54 Lehrlinge hat; 13 begannen in diesem Jahr eine Lehre. Der Betrieb begann erstmals 1994 Lehrlinge auszubilden.

( Harald Baumann, 26.11.2004 )

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