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Stadtbahnlinie - aktuelles Verkehrshindernis und größte Chance

Der Spätherbst läßt alles in etwas tristem Licht erscheinen. Die ersten Autostarts an Morgen mit dem sorgenden Blick auf die immer noch vorhandenen Sommerreifen, das gefallene Laub, vor noch vor Tagen die Blumen blühten. Und dann die Fahrt durchs Stadtzentrum mit der bangen Frage: Welche Umleitung oder zumindest welche neue Verkehrsführung wird es denn heute geben?
Nach und nach nimmt die Neugestaltung aber Formen an. Am Puschkinplatz und in Richtung Theater wird am kräftigsten gebaut., sieht man einmal von den parallel laufenden Arbeiten im Bereich des Stadtteiles Untermhaus ab, wo man die Wendeschleife schon erkennen kann. Die Anbindung dort an die Straßen in Richtung Eselsbrücke und entgegengesetzt die wohl nun in Sack und Tüten kommende strittige Lösung der Elsterquerung dürften ebenfalls erhebliche Erleichterungen für den fließenden Verkehr in diesem Bereich bringen.
Bleibt noch der Bau der Bahn-unterführung in der Tollerstraße, der ebenfalls kurz bevorsteht, erste Arbeiten haben begonnen. Bisher nicht gerade ein Aushängeschild für unsere Stadt! Bleibt hoffen, daß der Rotstift nicht auch hier angesetzt wird, sondern die planerischen Ambitionen Schritt für Schritt vollständig umgesetzt werden können.
Zurück zum unmittelbaren Zentrumsbereich: Zwar steht die Verwirklichung eines neuen Kundenzentrums der Stadtwerke auf dem Puschkinplatz noch nicht fest, aber möglicherweise ist das letzte Wort dazu noch nicht gesprochen.
Es hängt alles - wie könnte es anders sein - am lieben Geld. Allerdings müssen Lösungen gefunden werden, die nicht für den Tag genügen, sondern den Anspruch an moderne Verkehrswege für Kraftfahrer, Fußgänger und Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs auch in Jahren oder vielleicht auch Jahrzehnten noch genügen.
Freilich: Es ist nicht alles eitel Sonnenschein. Die Stimmung der Händler, Gewerbetreibenden und anderen Anlieger, aber auch der Kunden der einzigen in unserer Stadt noch vorhandenen Post-Filiale ist mehr als gedrückt. Die Kundenströme haben merklich abgenommen, kaum noch Durchgangsverkehr und keine Parkplätze. Baustelle eben!
Es darf aber kein falscher Eindruck entstehen: Der Ablauf der Bauarbeiten war minutiös geplant und ist reibungslos verlaufen.
Es bekannt geworden war, das das Nadelöhr Puschkinplatz umgebaut werden sollte, sah man nur Kopfschütteln oder allenfalls Schulterzucken und die bange Frage "Wie soll das gehen". Es geht, ohne Vollsperrung über längere Zeit.
Und was noch wichtiger ist: Es wurde nicht nur "überirdisch" gebaut, sondern die gesamten Versorgunganlagen, die sich unter der Erde befinden, wurden rekonstruiert: Wasser, Strom, Gas, Nachrichtenleitungen. Das war eine große Chance, denn ohne die trotz allem großzügige Bereitstellung der notwendigen Fördermittel hätte das Jahre dauern können.
Wenn das Wetter mitspielt, will man noch vor Jahresende mit den Bauarbeiten fertig sein. Die Händler hätten es sicher gern, wenn es früher geschehen könnte, damit sie nicht auf das rettende Weihnachtsgeschäft verzichten müssen.
Der Schnee wird dann erst einmal alles zudecken. Aber das Frühling bringt es wieder an den Tag. An einigen Stellen - so im Bereich der Breitscheidstraße wurde ein Rasenteppich aufgebracht, der Hoffentlich den Winter gut übersteht, es gab fleißige Helfer und Spender, die bereits die Zwiebeln der Frühlingsblüher in die Erde gebracht haben. Noch gehört Fantasie dazu, sich auch in diesem Stadtbereich das Wachsen und Blühen vorstellen zu können.
Ein weiterer Problemfall: Die Reichsstraße. Auch hier wird fleißig gearbeitet, der Verkehr rollt über eine Umgehung, die extra aus diesem Grund über das Gelände der Bahn gebaut werdenmußte. Aber Tatsache ist, daß auch hier die Händler und Anlieger händeringend auf den Tag warten, an dem "ihre" Straße wieder für den Verkehr freigegeben wird. Vielleicht werden sie dann in Zukunft entschädigt, wenn die Straßenbahn nur noch vorbeischleicht. Damit ist nicht das Fahrtempo gemeint, sondern die von Technikern ausgeknobelte Möglichkeit, die Elektrische quasi auf Gummisohlen fahren zu lassen. Die Lärmbelästigung sollte sich demnach in Grenzen halten.
Hin und wieder muß man sich mit dem Argument auseinandersetzten, daß es in Gera dringendere Sachen gegeben hätte, als eine neue Stadtbahnlinie mit so großem Aufwand zu schaffen. Schon aus heutiger Sicht muß man aber feststellen, daß diese Meinung nicht ausrecht zu halten ist, vielleicht wird sie ganz verstummen, wenn man nach Fertigstellung eine durchgängige Linie von Zwötzen bis Untermhaus hat - und dabei auch noch den lang ersehnten Anschluß des Nahverkehrsnetzes an den Geraer Hauptbahnhof. Insofern ist der Bau der Stadtbahnlinie Numero 1 tatsächlich eine Chance für die gesamte Stadt und unmittelbare Folge der BUGA-Vorbereitung. Mit Nachhaltigkeit für die Geraerinnen und Geraer auch der kommenden Generationen".

( NG/ert/chs, 12.11.2004 )

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