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Geraer Unternehmen auf Erfolgskurs

Neues Gera sprach mit Dr. Ulrich Porst, Geschäftsführer der Geraer Stadtwirtschaft

Was dagegen, wenn wir Ihre Leute als Heinzelmännchen bezeichnen, die für eine saubere Umwelt und damit zum Wohle der Stadt tätig sind?
Dem könnte man zustimmen, denn unsere 162 Mitarbeiter (vier Lehrlinge jährlich inbegriffen) sind in der Tat so etwas wie dienstbare Geister, die in einem traditionsreichen leistungsfähigen Entsorgungsbetrieb arbeiten. Wir gehören zur Stadtwerke Gera AG und haben vier Hauptgeschäftsfelder. Da wäre erstens zu nennen das umweltgerechte Entsorgen von Abfällen aller Art. Ein weiteres Feld läßt sich mit dem Sammelbegriff "Stadthygiene" umreißen. Dazu gehören die Reinigung von Straßen, Wegen und Plätzen, die Papierkorbentleerung und die Gullyreinigung. Als drittes Gebiet ist die Verwertung von Abfällen zu nennen. Und der vierte Tätigkeitsbereich ist die Straßenbeleuchtung.

Um welche Dimensionen geht es bei der Abfallentsorgung?
Bei den Abfällen, mit denen wir es als zertifizierter Entsorungsfachbetrieb zu tun haben, handelt es sich um den Hausmüll der Geraer Bürger sowie um den Abfall aus Gewerbebetrieben. Insgesamt sind das jährlich etwa 66.000 Tonnen. Eine Menge von rund 36.000 Tonnen stammt dabei von den ca. 107.000 Einwohnern Geras. Diese Menge gliedert sich wiederum auf in 26.000 Tonnen Hausmüll, etwa 4000 Tonnen Sperrmüll und 6000 Tonnen Biomüll. Der in Gera anfallende Müll ist in den letzten Jahren kontinuierlich geringer geworden. Die Menge hat sich aber mittlerweile stabilisiert und entspricht dem bundesdeutschen Durchschnitt vergleichbarer Städte.
Für Erfassung und Transport des Abfalls stehen uns zwölf moderne Spezialfahrzeuge zur Verfügung. Diese Flotte legt im Jahr rund 210.000 Kilometer in Geras Straßen zurück. Gefahren wird nach exakten Tourenplänen, so daß der Bürger sicher sein kann: Wir kommen nahezu auf die Minute.

Wie Sie andeuteten, kümmern Sie sich auch darum, daß es in Gera helle bleibt. Doch Strom wird immer teurer. Was tun?
In der Regel sind alle öffentlichen Straßen Geras entsprechend der sogenannten Verkehrssicherungspflicht zu beleuchten. In der Stadt gibt es rund 11.000 Lichtpunkte (Masten), d. h. ein Lichtmast hat ein, zwei oder vier Lampen, z. B. Natriumdampflampen. Um Strom zu sparen, sind in der verkehrsschwachen Zeit (nachts je nach Jahreszeit zwischen 23 bzw. 24 Uhr bis etwa 5 Uhr morgens) bestimmte Straßen auf die Halbnacht-Schaltung programmiert. Bei den Zufahrtsstraßen in die Stadt (z. B. B 92) wird nachts voll abgeschaltet.
All das geschieht, um die steigenden Energiekosten ausgleichen zu können. Jede Maßnahme, bei der die Stadtbeleuchtung aus notwendigen Einspargründen reduziert werden muß, erfolgt in Abstimmung mit der Stadtverwaltung.

An Ihren Fahrzeugen kann man lesen: "Sie trennen - Wir verwerten" oder auch "Wir nehmen Ihren Müll auf die Hörner". Was wird getrennt, verwertet und auf die Hörner genommen?
Der Bürger trennt bekanntlich (das ist bundesweit so) Papier, Pappe und Kartonagen in dieblaue Tonne, Leichtverpackungen in die gelbe Tonne, Bioabfälle in die braune Tonne sowie Flaschen und Gläser in die grünen, weißen und braunen Glasbehälter. Wir erfassen jährlich in der Stadt im Durchschnitt 9000 Tonnen Papier und Pappe, 2800 Tonnen Leichtverpackungen, 6000 Tonnen Bioabfä,0lle und 2700 Tonnen Glas.
Das Altpapier geht zur Wiederverarbeitung in die umliegenden Papierfabriken, Glas in die Glashütte Steinbach am Wald (Oberland), Leichtverpackungen zum Dualen System Deutschland (DSD). Bioabfall wird im eigenen Kompostwerk in Untitz zu Mutterboden aufbereitet.

Apropos Untitz. Ein solches Recyclingzentrum wie in Untitz ist ja eine feine Sache. Aber hat es auch eine Zukunft?
Untitz umfaßt eine Fläche von 84.000 Quadratmetern. Dort gibt es eine hochmoderne Aufbereitungs- und Sortieranlage und ein für die Bevölkerung eingerichtetes Annahmezentrum für Abfälle aller Art.
In der Kompostieranlage werden jährlich etwa 8000 Tonnen Bioabfälle und Grünschnitt zu Humus aufbereitet. Desweiteren sortieren wir in Untitz die in Gera und weiteren Vertragsgebieten (z. B. Weimar und Zwickau) erfaßten Leichtverpackungen. Die jährlich 30.000 Tonnen sind eine Menge, die von mehr als einer Million Einwohnern stammen.
Die Aufbereitung von Wertstoffen bleibt auch für die Zukunft bedeutsam, weil so die Umweltbelastung verringert werden kann. Neue gesetzliche Regelungen sehen vor, daß ab 1. Juni 2005 Abfälle vor der Ablagerung thermisch oder mechanisch-biologisch vorbehandelt werden müssen. In Untitz wird deshalb eine Abfall-Umladestation mit einem Aufwand von etwa einer Million Euro errichtet, um den eingesammelten Abfall nach Zorbau (Weißenfels) in eine dort zu errichtende Verbrennungsanlage zu bringen. Unsere eigentliche Deponie wird dann 2005 geschlossen. Hier lagern geordnet etwa drei Millionen Kubikmeter Abfall.

Wie sind Sie zu Ihrem Doktortitel gekommen?
Ich bin Jahrgang 1950, gebürtiger Mylauer (Vogtland), gelernter Kfz-Handwerker, erwarb in Zwickau das Diplom als Kfz-Techniker. Während meiner Tätigkeit bei der Geraer Stadtwirtschaft (seit 1975) promovierte ich zum Doktor der Ingenieurwissenschaften.
(Das Gespräch führte Harald Baumann)

( 08.10.2004 )

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