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Das kleine Großensteiner "Wunder"

Ein bißchen Stolz hört man heraus, wenn die Großensteiner über ihr neues Kirchgemeindezentrum berichten, Stolz auf die Tradition, Stolz auf das Erreichte und Stolz auf die Gemeinsamkeit, die notwendig war, um das selbst gesteckte Ziel zu erreichen.
Rückblende: Bis 1972 gab es die alte Schule, die von vielen Generationen Großensteins und zeitweise auch die umliegenden Ortschaften bzw. heutigen Ortsteilen besucht wurde, dann wurde das Gebäude als Kinderhort genutzt, weil die Kinder im benachbartem Brahmenau eingeschult wurden.
Schließlich die neue Idee: Wir stellen das Haus als altes Zentrum im neuen Gewand wieder her. Der Kirchgemeinderat des Kirchspiels, zu dem Frankenau, Reichstädt, Korbußen, Mückern, Naundorf und Baldenhain gehören, unterstützte die Idee, im Erdgeschoß einen Pfarrraum, einen Gemeinderaum und notwendiges Zubehör zu schaffen. Im ersten Stock sollte eine Wohnung entstehen, schließlich hatte die Kirchgemeinde lange keinen ortsansässigen Pfarrer mehr...
Die Gestaltungsidee: Diplomingenieur Bodo Richter - im Ort ansässig und nicht nur von berufswegen an der Bewahrung und Neugestaltung baulichen Erbes interessiert, beeindruckte vor allem die geistige und räumliche Nähe zwischen Kirche und Kirchgemeindezentrum. Er entschied sich für Farben, die in erkennbarer Ordnung zueinander stehen und ein positives Gesamtbild bieten.
Um dieses Konzept zu verwirklichen, war es nötig, die dominante Farbgebung des Schieferdaches der Kirche auch im neuen Gemeindezentrum aufzunehmen. Deshalb wurden anthrazitfarbene Dachziegel verwendet. Insgesamt sollte das Haus keine bauliche Konkurrenz zur Kirche bieten.
Viel Liebe zum Detail gehörte dazu: Die alten Dachgauben wurden zurückgebaut, noch verwendbare Klinker wieder eingebaut, die Rundbögen der Fenster erhalten, aber auch der neue Eingangsbereich bewußt in moderner Form gestaltet. Das Dach des Anbaues öffnet sich nach oben, läßt den Blick auf den Kirchturm frei.
Ohne Diskussionen ist der Prozeß nicht abgelaufen, es gab Vorbehalten, sogar Ablehnungen. Jetzt sind sie leiser geworden, vielleicht weil der Bau überzeugt hat. Bodo Richter zu seinem Anliegen: Wir wollten Akzentpunkte setzen, die auch den nachfolgenden Generationen zeigen: Das war unsere Schule, die wir besucht haben, wir geben die Historie an die Jugend weiter.
So empfinden das auch erste Besucher, die einmal wieder in die alte Heimat gekommen sind. Ob ausgesprochen oder nicht: Der Weg, es so zu machen, war richtig.
Und so kommen auch weiterführende Gedanken. Etwa: Wir haben eine Chance, die bisherige Schule als Kindereinrichtigung zu nutzen. Das Konzept dafür liegt vor, und es ist nicht nur eine Sache des Geldes...
Geld hat natürlich auch der Bau des Kirchgemeindezentrums gekostet, stolze 300.000 Euro. Aber wären da nicht die vielen Eigenleistungen gewesen, hätte es wohl noch 100.000 mehr gekostet. Herbert Mähler aus Baldenhain, Bernd Kisshauer aus Frankenau und Klaus Schröder aus Mückern - sie sollen stellvertretend für viele andere stehen - waren fast täglich auf dem Bau. Sie haben einfach geholfen, ohne nach Bezahlung zu fragen. Fast ein kleines "Wunder".

Vielleicht ist das der Schlüssel für das "Geheimnis von Großenstein". Pfarrer Bernstein wohnt mit seiner Familie inzwischen im Kirchgemeindezentrum und ist wohl trotz der kurzen Zeit auch ein bißchen stolz auf "seine Großensteiner" geworden ...

( Reinhard Schubert, 01.10.2004 )

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