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Einbahnstraße als Lösung für die Schulsicherheit?

Bevor die ehrenamtlichen Gremien den Schalter umlegen können, um die Weihnachtszeit zu genießen, stand in einigen Stadtteilen noch eine Ortsteilratssitzung auf dem Programm.

Durch fehlenden Platz zur derzeitigen Einhaltung der Hygieneregeln, gab es jedoch viele Absagen. In Langenberg kann der Ortsteilrat jedoch auf das Schützenhaus zurückgreifen und so konnte die letzte Sitzung des Jahres ohne Probleme abgehalten werden. In dieser berichtete Ortsteilbürgermeister Matthias Kirsch, dass die Ortsteilpauschale von einigen Vereinen in diesem Jahr nicht abgerufen wurde. Dank geänderter Regelung, können diese jedoch im kommenden Jahr zusätzlich genutzt werden. Bedingt durch die Pandemie stand bei vielen die Vereinsarbeit still, so dass keine Gelder benötigt wurden. Nicht der einzige Grund, denn in den Vereinen der Stadt herrscht Nachwuchsmangel, so dass dies ebenfalls dazu führte, dass Gelder nicht genutzt werden konnten. Kirsch warf deshalb in die Runde, bei den Vereinen in Langenberg anzufragen, ob man die nicht genutzten Pauschalen im kommenden Jahr für den Ortsteil nutzen sollte. „Auf Anhieb fallen mir mehrere Dinge ein. z.B. neue Bänken oder eine Weihnachtsbeleuchtung für unsere Laternen“, so Kirsch zu den Ortsteilräten. Diese stimmten der Idee zu und so will man sich mit den Vereinsvertretern treffen, um über die Verwendung des Geldes zu sprechen.

Nach weiteren Informationen kam in der Bürgeranfragerunde erneut das Thema Amazon auf den Tisch. Die Anwohner wollen Klarheit, wie die Stadt mit dem erhöhten Verkehrsaufkommen nach Eröffnung umgehe, denn auch wenn es Langeberg nicht als erstes treffe, ist man sich sicher, dass der Verkehr durch den Ort rollen werde, wenn B2 und Autobahn dicht sind. Da zwei der Ortsteilräte auch im Stadtrat vertreten sind, stellte sich schnell heraus, dass derzeit zwei Zahlen kursieren. So unterscheiden sich die Zahlen aus der Verkehrsplanung mit denen der nichtöffentlichen Stadtratssitzung. Die Stadt gibt niedrigere heraus und deshalb müsse endlich geklärt werden, welche Zahlen stimmen und wie man, außer eine Ampel an der B2 zu installieren, dem erhöhten Verkehrsaufkommen entgegenwirken will. Einig war man sich darin, dass die bisherigen Aussagen nicht zufriedenstellend sind und deshalb erhielten die zwei Mitglieder des Ortsteilrates den Auftrag, dass Thema im Stadtrat nochmals anzusprechen, da die Anwohner eine verlässliche Aussage erwarten.

Weiteres Thema der Sitzung war die Schulstraße vor der Astrid-Lindgren-Grundschule. Als Vater und einer der Elternsprecher der Schule, brachte Daniel Frank ein, dass zum Nachteil der Schüler vor allem morgens zwischen 7 und 7.30 Uhr Kampfzeit vor der Schule herrsche. Die Eltern bringen ihre Kinder in dieser Zeit zur Schule und durch das große Verkehrsaufkommen wird dies zur Gefahr für die Kinder. Durch die derzeitige Situation dürfen diese das Gebäude erst kurz vor Unterrichtsbeginn betreten und stehen deshalb auf Fußweg und Straße. Auch wenn nicht alle Elternsprecher seiner Meinung sind, wie Daniel Frank selbst sagt, ist er jedoch der Meinung, dass hier zur Sicherheit der Kinder ein Eingreifen nötig wird. Eine Idee wäre, die Schulstraße zur Einbahnstraße auszuweisen. „Wir kennen das Problem und ich war bereits mit der Polizei und dem Verkehrsamt vor Ort. Eine Einbahnstraße wurde damals abgelehnt, da man befürchtet, dass diese zur Rennstrecke werde. Aktuell liegt das derzeitige Unfallgeschehen bei Null. Dadurch, dass die Kinder jetzt nicht sofort ins Gebäude können, liegt zwar eine andere Situation vor, aber wir sollten eine Lösung suchen, ohne die Straßenführung zu ändern“, erklärt Kirsch, der sich erneut ein Bild vor Ort gemacht hat und versteht, dass einige Eltern Angst um das Wohl ihrer Kinder haben. Das noch nichts passiert sei, ist für Daniel Frank jedoch kein Argument, denn wenn es soweit kommt, ist das Geschrei am Ende groß. Wenig Erfolg sieht er auch darin, dass man Eltern vorschreibt, wo sie parken und welchen Weg sie nehmen sollen und deshalb ist für ihn die Einbahnstraßenlösung eine gute Möglichkeit, um das Problem in den Griff zu bekommen.

Der Ortsteilrat setzt aber erst einmal auf Gespräche und sieht Schule und Eltern in der Pflicht. So müsse man an die Eltern appellieren, dass diese nach dem abliefern der Kinder nicht noch für Gespräche stehen bleiben und somit Straße und Fußweg für nachfolgenden Verkehr zusätzlich blockieren. „Wir müssen bei der Schule nachfragen, warum die Kinder den Schulhof nicht nutzen können. Auch wenn derzeit Hygienekonzepte auf dem Gelände zum Einsatz kommen, sollte es möglich sein, ein Konzept zu finden, so dass die Schulkinder bis zur Öffnung des Gebäudes nicht auf der Straße stehen bleiben müssen. Wir sollten zudem Fakten sammeln, die Verkehrswacht um Rat fragen, was wir hier tun können und auch die Polizei bitten, punktuell zu den Stoßzeiten zu kontrollieren.

Der wichtigste Schritt ist das Gespräch mit der Schule, denn nur zusammen können wir eine für alle passende Lösung finden“, erklärt Dr. Bengt Christian Fuchs vom Ortsteilrat zur Diskussion. Die Mitglieder stimmen dem zu und so wird sich Matthias Kirsch jetzt mit der Schule in Verbindung setzen, um mit dieser, den Elternsprechern, Polizei und Verkehrsamt einen Gesprächstermin vor Ort zu vereinbaren. „Wir werden auch einen Appell an die Eltern starten. Hierfür werden wir jetzt Flyer drucken und den Kindern mitgeben und wir wollen Plakate anbringen, um alle zu sensibilisieren“, erklärt Kirsch nach der Versammlung. Daniel Frank hofft jetzt darauf, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen und das Gespräch vor Ort etwas bringen, so dass sich die Lage für die Kinder schnellstmöglich bessert.

Auf unsere Anfrage äußerte sich mit auch die Schulleitung Carmen Weidhase zum Problem. „Im Normalbetrieb haben wir ab 6 Uhr geöffnet und bieten eine Betreuung an. Auch der Schulhof ist vorab geöffnet, so dass sich die Kinder auf diesem treffen können. Jetzt gibt es Einschränkungen und durch die Gesetzgebung sind uns die Hände gebunden. Wir dürfen die Schüler nicht zeitiger in die Räume lassen und müssen diese auch je nach Altersstufe durch verschiedene Eingänge durch die Schule schleusen. Deshalb dürfen wir vorher auch niemanden auf den Schulhof lassen. Um das umzusetzen wären Aufsichtspersonen notwendig, aber diese haben wir nicht und werden uns auch nicht zur Verfügung gestellt“, so Weidhase, die eine Einbahnstraße nicht als Lösung sieht, da der eine oder andere dann wohl eher noch schneller unterwegs wäre. Wie der Ortsteilrat sieht sie die Lösung im Appell an die Eltern. Dies trauen ihren Kindern den Weg zur Schule oftmals nicht zu und deshalb wird bis vor die Schule gefahren. Jedoch laufen die Buskinder auch vom Markt zur Schule und so sollte man zum Beispiel probieren, diese auch schon hier rauszulassen.

Auch die Schule steht dem Gespräch positiv gegenüber und so hoffen alle Beteiligten, dass durch dieses ein Weg gefunden wird.

( Lars Werner, 24.12.2020 )

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