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Großformatige Gemälde zwischen Pop-Art und Surrealismus

Vielen Geraern sind die Galerieräume in der ersten Etage der Humboldtstraße 26 ein Begriff. Noch vor Kurzen gehörten diese Räumlichkeiten dem Geraer Unternehmer Peter Carqueville. Mit dieser Galerie hatte sich der Kunstliebhaber einen langgehegten Wunsch erfüllt und holte mit seinen Ausstellungen Künstler aus Gera, Deutschland und aller Welt in seine Ausstellungsräume. Nun freue er sich, dass nach dem Ende des Galeriebetriebes diese Tradition in Gera weiterlebt, so Peter Carqueville während der Eröffnung dieser Räumlichkeiten unter neuer Schirmherrschaft.

Die Stiftung „Kulturkorridor“ stellte sich mit einer Ausstellung von fünf Künstlern am 3. Oktober vor. Der Initiator Helmut Mau stammt aus Aachen, hat seinen Hauptwirkungskreis in Leipzig und beginnt aktuell in Gera Fuß zu fassen. Nach dem Erwerb einiger Immobilien möchte er mit der Stiftung der Stadt etwas zurückgeben. „Ich persönlich habe großes Interesse an Kunst. Durch diese Räumlichkeiten und deren Inspiration wurde ich bestärkt, eine gemeinnützige Stiftung zu gründen. Wo man unternehmerisch tätig ist, solle es auch eine Verpflichtung für Stadt und Gesellschaft geben, sich für soziale Einrichtungen und karitative Zwecke einzusetzen“, so zumindest sieht das Helmut Mau. Er selbst sei in seiner Jugend durch die Moderne, insbesondere die Pop-Art in der Kunst geprägt. Er könne sich mit vielen Arbeiten identifizieren, wobei er bei jedem ausstellenden Künstler eine persönliche Beziehung zu dessen Arbeiten eingehe.

Bis Ende Dezember sind im Kulturkorridor Arbeiten von Alexandra Müller-Jontschewa und Hans-Peter Müller, von Frida, Volker Rauh und Michael Fischer-Art zu sehen. Letzterer hatte bereits vor Kurzem mit seinen großformatigen realistischen Arbeiten in der Sparkasse Gera-Greiz von sich reden gemacht. Nun zierte zur Eröffnung sein quietschbunt bemalter Jaguar die Einfahrt zum Galeriegebäude. „Freiheit“, passend zur Feiertag, steht in großen Lettern auf der Motorhaube, umgeben von Fischer-Art Comic-Figuren, die ein Markenzeichen des Ausnahmekünstlers geworden sind. In der Ausstellung findet man diese Figuren zusammen mit bunten Blumen auf einem aufblasbaren Panzer wieder, dessen Kanonenrohr die Aufschrift „Peace“ trägt. Fischer-Art ist politisch, aber immer mit einer Prise Ironie. So darf in der Ausstellung ein Porträt von Donald Trump nicht fehlen. Bezeichnend steht er vor dem brennenden Weißen Haus. Fischer-Art nannte dieses realistische Bild „Der Gute unter den Bösen.“ Gute Bekannte in Gera sind das Künstlerpaar Alexandra Müller-Jontschewa und Hans-Peter Müller aus Weida. In der aktuellen Ausstellung zeigt die Künstlerin einige ihrer Werke, die 2019 an gleicher Stelle zu sehen waren. Peter Carqueville hatte Künstler der internationalen Künstlergruppe Libellule (Libelle) nach Gera geholt.

„Ich mag keine geraden Linien“, gesteht Frida. Die Künstlerin lebt und arbeitet seit acht Jahren in Gera und beschreibt ihre Arbeiten als eine Mischung verschiedener Genres. Sie möchte sich nicht festlegen. Auf jeden Fall bestechen ihre Bilder durch kräftige Farben. „Manntea Meditation“ nennt sie eines ihrer Bilder, das die Göttin Manntea abbildet. Der Untertitel „Ich fühle mich gesegnet und geliebt“ ist eine Lebenseinstellung der Künstlerin. Sie liebt die Zartheit des Weiblichen, das Weiche, das Verletzliche. Oft geniest Frida die Stille des Waldes für ihre Inspiration. Sie liebt das Buch von Peter Wohlleben „Das geheime Band“, in dem man neben ihrem Bild blättern kann. Auf der Umschlagseite steht eine handschriftliche Widmung. Es ist ein Zitat des chinesischen Philosophen Laotse. „OHNE LIEBE IST DIE WELT EIN SARG, IN DEM DAS LEBEN FRÜHZEITIG AUFGEBAHRT LIEGT“, heißt es da. Interessant ist, dass dieser Text aus dem 6. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung stammt und in 2.000 Jahren nicht an Bedeutung verloren hat. Frida habe sich das Kindliche erhalten, sagt sie. „Ich lasse mein inneres Kind leben, ich mag so leben, wie ich Leben empfinde.“ Das zeigt sich anschaulich in ihren Bildern. Es gibt also viel zu entdecken in der Humboldtstraße 26.

Geöffnet ist die Ausstellung donnerstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr. Kontaktaufnahme außerhalb der Öffnungszeiten ist über Tel. (0178) 1888866 möglich.

( Wolfgang Hesse, 09.10.2020 )

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