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Tietz-Quartier revitalisieren

Gefühlt wird schon seit ewigen Zeiten am Horten-Kaufhaus gebaggert. Der Leerstand ernüchtert nicht nur Geras Bevölkerung, auch Stadtverwaltung, Stadtrat und nicht zuletzt den Eigentümer selbst. Sie alle wünschen sich, dass endlich etwas passiert – die Wiederbelebung des gesamten Areals. Seit der Schließung des Kaufhauses Mitte der 90er Jahre zog zunehmend auch die obere Sorge, der Zschochernplatz und die Leipziger Straße leer.

Einen ernstzunehmenden Lichtblick sehen nun Geras Akteure im Programm „Nationale Projekte des Städtebaus” des Bundesministeriums des Inneren, Bau und Heimat. „Wir als Verwaltung gemeinsam mit dem Stadtrat haben die Aufgabe das Konzept, welches nun der Eigentümer für das Areal entwickelt hat, zu prüfen, ob es in die gesamtstädtische Entwicklung passt. Dem haben wir per Stadtratsbeschluss vom 6. Februar stattgegeben”, bringt es OB Julian Vonarb auf den Punkt.

Es ist das Ansinnen von Falk Bräuner seit dessen Kauf, das Horten zu revitalisieren. Dabei handelt es sich nicht nur um das Gebäude selbst. Das Areal – Tietz-Quartier – genannt, umfasst das komplette Viertel oberhalb der Humboldtstraße, entlang der Diener bis zur Leipziger Straße. „Es handelt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt um alle in diesem Gebiet im Eigentum befindlichen Grundstücke und Immobilien mit einer Nutzfläche im Bestand von rund 23.000 Quadratmetern”, bilanziert Falk Bräuner auf Nachfrage.

Es ist sein Ziel, das Areal als urbanen Lebens- und Arbeitsraum zu entwickeln, bei der Funktionen der öffentlichen Verwaltung als wichtige zusätzliche Frequenzbringer für die obere Sorge, des Einzelhandels, der Wirtschaft, der Bildung, der Kultur und des Wohnens zukunftsfähig kombiniert werden und gleichzeitig das Erbe des früheren Warenhauskonzerns integriert werden kann. „Über einzelne Branchen und Funktionen werde ich im weiteren Projektverlauf sehr gern berichten”, macht er neugierig.

Aktuell liegen das Konzept und erste notwendige Unterlagen dem Bundesministerium zur Sichtung vor. „Bis zur Bewilligung der Förderung sind mehrere Hürden zu durchlaufen. Ähnlich unserer Bewerbung zur Kulturhauptstadt, um es greifbar zu machen”, erklärt Vonarb. Im Rahmen des Bundesprogramms „Nationale Projekte des Städtebaus” werden investive sowie konzeptionelle Projekte mit besonderer nationaler bzw. internationaler Wahrnehmbarkeit, mit sehr hoher fachlicher Qualität, mit überdurchschnittlichem Investitionsvolumen oder mit hohem Innovationspotenzial gefördert. „Das Förderprogramm unterstützt stadtbildprägende Projekte nationaler Bedeutung mit einem Anteil am Investitionsvolumen. Sofern wir die erste Hürde nehmen können, sind im Folgenden weitere Abklärungen zu Rahmenbedingungen, Finanzierung und der Abschluss von Mietverträgen, die Herstellung der Fachplanung mit anschließendem Baugenehmigungsverfahren zu tätigen. Eine Realisierungssphase bis zur Eröffnung wird für das gesamte Quartier rund drei Jahre in Anspruch nehmen”, beschwichtigt Bräuner, dass es noch ein paar Jahre dauern kann, bis die Türen zum Kaufhaus wieder täglich öffnen werden.

Das überregional bedeutsame Kaufhaus „Hertie“ ist als Kulturdenkmal mit nationaler Bedeutung in der Denkmalliste des Freistaates Thüringen / Stadt Gera erfasst. Erbaut wurde das Gebäude 1903/04 als prachtvolles Jugendstilwarenhaus. Schon 1911/12 erweitert, erhielt es seine heutige Form.

( Fanny Zölsmann, 26.02.2020 )

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