Partner

gebr_frank.jpg
verlag_dr_frank_gmbh.jpg
onicom.de.jpg
gera.jpg
RPG_Logo_1.jpg


Hinweise

acrobat_reader.jpg

Button_E_paper.png

Schlagzeilen der Woche

zurück

„Wenn die Figuren real werden”

Schon immer verband sie mit Worten mehr als nur sich ausdrücken zu können. Mona Krassu will sagen, bewegen, aufwecken. Sie will schreiben, seitenweise, ganze Bücher voll.
Seit 1997 tut sie das. Zunächst in Form von unveröffentlichten Gedichten und Kurzgeschichten. Ihr Debütroman Alles Schafe stellt die Frage: Wer ist hier verrückt und wer entscheidet darüber. Seit 2016 können wir daraus lesen. Mona Krassu gibt zu, dass nicht jeder mit Sophia Laurant, der Romanfigur in Alles Schafe eine Verbindung aufnehmen kann.Als Thriller hätte das wohl besser funktioniert, denkt sie. Versteht aber nicht, wieso Leser sich serienweise Krimis, fast wie Nahrung einverleiben und Bücher über das wahre Leben scheuen.Freitagsfische spielt in den Nachkriegsjahren der noch jungen DDR. Erzählt wird aus den Jahren 1950 bis 1960. Nach dem zweiten Weltkrieg muss Irma Geipel mit ihren vier Kindern aus Breslau fliehen. Ob der Ehemann und Vater der Kinder Herbert Geipel aus russischer Kriegsgefangenschaft heimkehren wird, bleibt lange ungewiss.
Irma kommt in einer Kleinstadt der Sowjetischen Besatzungszone unter. Wie zu jener Zeit üblich, muss eine ältere Dame ein Zimmer ihrer Zweiraumwohnung für Irma und die Kinder räumen. Die Menschen begegnen den sogenannten Umsiedlern misstrauisch, bisweilen feindselig. 
Irma Geipel ist religiös. Jedoch nimmt sie das Kreuz von der Wand ab und verbietet ihrer jüngsten Tochter Sieglinde das Singen im Kirchenchor, weil der älteste Sohn Dietmar noch vor dem Mauerbau in den Westen flieht. Seine Flucht hat Folgen für die Familie.
Mona Krassu macht mit diesem Roman Vergangenheit lebendig und regt dazu an, dass in sogenannte Umsiedlerfamilien endlich über diese Erlebnisse gesprochen wird. 
Mona Krassu schreibt gern über Dinge, die im Verborgenen liegen, über die nur hinter vorgehaltener Hand gesprochen wird. Auch wenn sie gerade ihren zweiten Roman vollendet und herausgebracht hat, ist der dritte bereits in der Piperline.
„Falsch erzogen“ titelt dieser bisher, es ist vorerst der Arbeitstitel. Erzählt wird von den Träumen und Wünschen eines jungen Mädchens, welche sich in der DDR nur schwerlich umsetzen lassen. 
Erzählt wird auch ein wenig bekanntes Kapitel der DDR, die Disziplinierung durch Medizin junger Mädchen und Frauen. Doch mehr soll darüber noch nicht verraten werden, denn jetzt sind erst einmal die Freitagsfische erschienen.
Wer einen Auszug aus Freitagsfische hören möchte, ist willkommen zu den Lesungen:
Sonntag, 8. September, 11 Uhr: Lohgerberei Weida, Horst Sakulowski ist anwesend und signiert Grafiken.
Montag, 9. September, 20 Uhr: Durstiger Pegasus Moritzbastei Leipzig (drei Autoren lesen aus ihren neu erschienen Werken) 
Dienstag, 10. September, 19.30 Uhr: Stadt- und Regionalbibliothek Gera
Mona Krassu, Freitagsfische, erschienen im Edition Outbird, 17, 90 Euro, ISBN: 9 783 959 151 237.

( Fanny Zölsmann, 04.09.2019 )

zurück