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Auenweiden entlang der Weißen Elster

In Wünschendorf wurde im Beisein von Umweltministerin Anja Siegesmund mit der Übergabe von Fördermitteln in Höhe von 989.201,86 Euro das Projekt „Blauer Biotopverbund im Einzugsgebiet der Weißen Elster“, kurz „Auenweiden“, gestartet. Unterstützt wird das Projekt durch das Thüringer Ministerium Umwelt, Energie und Naturschutz und finanziert aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und dem Freistaat Thüringen im Programm „Maßnahmen zur Entwicklung von Natur und Landschaft (ENL)“. Ziel ist es über einen Zeitraum von zwei Jahren und zwei Monaten ein Auenland entlang von Flüssen in der Region zu schaffen. Das betrifft die Bereiche an der Weida und Triebes bei Göhren-Döhlen, entlang der Weida bei Wünschendorf, die Auma im Stadtgebiet Weida und entlang der Weißen Elster von Wünschendorf bis Liebschwitz.

Das Ganze geht einher mit den Hochwasserschutzmaßnahmen des Freistaates, denn Ziel soll es sein, die Stadt Gera schon weit vor den Stadtgrenzen vor Hochwasser zu schützen. Warum sind Auenweiden so wichtig? „Auen sind ein ökologischer Hochwasserschutz, weil sie auf ihre Art Hochwasser zurückhalten“, erklärt die Ministerin. „Man muss dem Fluss mehr Raum geben. Weiterhin sind Strukturen wie Auen, Lebens-, Erholungs- und Naturraum für Menschen, Tiere und Umwelt.“

Umgesetzt wird das Projekt von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) e. V. und dem Projektpartner Landschaftspflegeverband (LPV) Altenburger Land e.V. Letzterer ist Träger der Natura2000-Station Osterland, eine Initiative für den Natur- und Artenschutz.

Die DUH startet zusammen mit der Natura2000-Station Osterland ein Modellprojekt in Ostthüringen und kooperiert dafür mit den Referaten Flussgebietsmanagement und Wasserbau des Thüringer Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN). Geplant seien etwa 140 Hektar im Einzugsgebiet der Weida und 160 Hektar entlang der Weißen Elster, so Sabrina Schulz, Leiterin des DUG Teams lebendige Flüsse in Erfurt. Das Fördergeld solle für Weidezäune und Tierunterstände verwendet werden. „Intakte Flüsse und Auen spielen eine Schlüsselrolle im Kampf gegen das Artensterben“, gibt Agraökonom und Bundesvorsitzender der DUH, Harald Kächele zu Bedenken. „Auch für klimabedingte Schwankungen des Wasserstandes in den Flüssen gibt es kaum noch Puffer. Der Gewässerschutz in Thüringen ist hier auf dem richtigen Weg.“

„Durch den blauen Biotopverbund wird endlich eine Brücke geschlagen, zwischen Naturschutz, Landwirtschaft und auch der Politik“, erkennt Doreen Rath, Vorsitzende des LPV Altenburger Land. „Bei der Umgestaltung von Ackerland in Weideland bedarf es jedoch einer Diskussion auf Augenhöhe. Wir müssen einander zuhören. Viele Akteure werden in die vorbereitenden Gespräche einzubinden, denn es betrifft sowohl Landwirtschaft, Wasserwirtschaft und selbstverständlich die Gemeinden. Im Konsens sollen gemeinsame Lösungen entstehen.“

„Die Natur ist dabei der Gewinner“, so fasst Doreen Rath zusammen. „Wir haben jetzt die historische Chance, etwas zu verändern, damit unsere Zukunft eine bessere wird.“

( Wolfgang Hesse, 14.08.2019 )

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