Partner

gebr_frank.jpg
verlag_dr_frank_gmbh.jpg
onicom.de.jpg
gera.jpg
RPG_Logo_1.jpg


Hinweise

acrobat_reader.jpg

Button_E_paper.png

Schlagzeilen der Woche

zurück

Das Gewohnte muss dem Neuen weichen

Während es die Kunden zwiegespalten sehen, sind die Händler einer Meinung. „Zu oft werden wir vom Markt weg geschoben”, resümiert Heiko Krahmer und bilanziert, dass es sich um rund eineinhalb bis zwei Monate im Jahr handelt, in denen die Markthändler ihres angestammtes Platzes verwiesen werden und auf andere Orte ausweichen müssen. Jüngster Fall: Gera Beach. „Es ist großartig, dass in Gera ein solches Event stattfindet. Wir wollen es gar nicht schlecht reden, im Gegenteil. Doch warum wurde nicht dem Gera Beach der Platz vor dem KuK zuteil?”, so Gitta Moßner, besser bekannt als Blumen Gitti. Es wäre, aus ihrer Sicht, weitaus nachhaltiger gewesen, wenn die Freifläche vor dem KuK einbezogen worden wäre und das Strandgefühl den kompletten Sommer inmitten der Stadt Einzug gehalten hätte. „Ohne Planung und ohne Absprache wurde dieses Event auf dem Markt platziert und wir des Platzes verwiesen.”

Marktsprecher Heiko Krahmer ergänzt, dass sie erst zwei Wochen zuvor und zwar aus der Zeitung von Gera Beach erfahren haben. „Wir sind Händler genauso wie die anrainenden Geschäfte. Wir stehen bei jedem Wetter. Die Tatsache, dass Mai bis Juli unsere umsatzstärksten Monate sind, scheint nicht relevant zu sein. Jeder Umzug geht mit erheblichen Umsatzeinbußen einher. Aktuell kämpfen wir mit 60 Prozent – andere sogar mit noch mehr”, betont Heiko Krahmer. Er hat die Geschäfte 2009 von seinem Vater übernommen, der wiederum 1984 von seinem. In fünfter Generation, über 90 Jahre, ist die Familie Krahmer als Marktbetreiber in Gera aktiv. „Es ist die Art und Weise, wie mit uns umgegangen wird”, sind sich alle einig und wissen vielmehr noch, die Gewohnheiten der Gerschen nicht zu unterschätzen. „Bei jedem Platzwechsel dauert es mehrere Tage bis unsere Kunden den neuen Standort annehmen. Entweder wissen sie gar nichts vom Ortswechsel, sind nicht bereit uns zu suchen oder ihnen ist der Weg zu weit”, spricht Gitta Moßner aus Erfahrung. Doch vielmehr als der ungeplante, kurzfristige Umzug stimmt die Markthändler missmutig, dass sich der OB nicht blicken lässt. „Wir verstehen nicht, warum der Oberbürgermeister bis heute nicht auf die 1.200 Unterschriften reagiert hat, die wir gesammelt haben, um unseren Unmut darzulegen. Wir wollen eine Stellungnahme”, fordert Heiko Krahmer stellvertretend für die 25 Händler, die an allen Markttagen in Gera tätig sind, um ihr täglich Brot zu verdienen. „Einige von ihnen sind gar nicht erst da”, so Heiko Krahmer, „weil sie die erheblichen Umsatzeinbußen nicht ausgleichen können. Auch wir haben Personal und laufende Kosten, die wir decken müssen.”

Auch Frank Krüger, Geschäftsführer Holzländische Frischehandel GmbH, bleibt tapfer. Doch: „es gibt Händler, die nach dem ersten Markttag die Segel gestrichen haben.”

Die Markthändler sehen sich als die Leidtragenden. „Wir werden immer weggeschickt”, sagt Heike Schell, genannt Eier-Heike. „Wir wissen gar nicht, was wir einkaufen sollen. Es ist für alle Seiten unbefriedigend. Für meine Kunden, wenn bereits vor Marktschluss alles alle ist, weil ich zu wenig kalkuliert habe und für mich, wenn zu viel unverkauft auf meinem Tisch zurückbleibt”, so die engagierte Marktfrau.

Es ist der Wunsch aller Markttreibenden, dass sie künftig ihre Zelte nicht mehr in Ausweichquartieren aufschlagen müssen. „Irgendwann bleiben wir dem Geraer Markt ganz fern, wenn es noch mehr Tage im Jahr gibt, an denen das Gewohnte dem Neuen weichen muss”.

( Fanny Zölsmann, 10.07.2019 )

zurück