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Zurück ins Leben

Das Leben hält schon so einige interessante Schachzüge parat. Der cleverste ist wahrlich der des Todes. Er kommt meist unerwartet, ist unerbittlich und nur selten gebeten. Wir alle müssen sterben, wobei das Wann und Wie die wohl unbekannteste Größe unseres Daseins ist.

Auch wenn einige meinen zu wissen, was nach ihm folgt, andere ihm auch schon von Angesicht zu Angesicht gegenüber standen und am Ende nur knapp entkommen sind, ist es doch nur der Tote selbst, der weiß, was nach dem Sterben kommt.

Jens Göbel arbeitet mit dem Tod. Er ist Niederlassungsleiter von GBG Bestattungen Gera. Der Wirkungskreis des Sterbens ist größer als der Verstorbene an sich. „Wir begleiten die Menschen bereits im Vorfeld, bevor sie überhaupt mit dem Tod konfrontiert werden, sind wir bereits erste Ansprechpartner. So geben wir Auskunft u.a. über Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Bestattungsverfügung. Aber auch dem Angehörigen beizustehen, wenn er einen geliebten Menschen verloren hat, ist in unserem Sinn”, erklärt Jens Göbel.

Einen geeigneten Rahmen für seine Vorträge und Informationsnachmittage fand er bereits vor zehn Jahren im Frauenbund, damals noch geleitet von Sigrun Fischer. Bis heute hält diese Zusammenarbeit an, gewechselt hat nur die Leiterin des Frauenbundes. Seit 2013 ist Petra Meyenberg dort federführend tätig.

Mit der Zeit gaben sich die beiden mit dem bloßen Vortragscharakter nicht mehr zufrieden. Der Bedarf an Austausch, Beistand und Mut zu gesprochen zu bekommen, um zurück ins Leben zu finden, bestärkte beide darin eine Trauergruppe ins Leben zu rufen. „Wir wollten einen Ort schaffen, an dem sich die Trauernden wiederfinden können, um Kraft zu tanken, sich selbst wieder wahrzunehmen und dem eigenen Leben neue Flügel zu verleihen”, bringt es Petra Meyenberg auf dem Punkt. Schnell war ein zuverlässiger und vertrauensvoller Partner gefunden, der die Fähigkeit besitzt, die Menschen an die Hand zu nehmen und ihnen die nötige Motivation zu geben. Martina Schneidenbach ist psychologische Beraterin und seit einigen Monaten im Frauenbund mit ihren lebensbejahenden und alltagstauglichen Seminaren verankert. Mit dem neuen Angebot widmet sie sich nun spezifisch den Trauernden und der Bewältigung ihrer Gefühle. „Das Angebot gliedert sich in ein Trauercafé und eine Trauergruppe im vierzehntägigen Wechsel. Im Café können die Trauernden in einer gelockerten Runde zusammensitzen und sich austauschen. Ich gebe einen Einstieg, frage nach Empfindungen, Erlebten und Erkenntnissen. Daran angeknüpft zeige ich ihnen auf, wie sie wieder lernen können, auf sich zu achten, sich wahrzunehmen und sich wieder zu spüren. Denn lachen und fröhlich sein in Zeiten der Trauer ist wichtig”, betont Martina Schneidenbach und führt weiter aus, dass in der Trauergruppe, die Trauernden mit ihrer Kreativität Freundschaft schließen sollen. „Viele meinen, sie können nicht malen, doch in den meisten steckt eine kreative Ader, die es lohnt, herauszukitzeln. Mit Farbe und Pinsel können Gefühle Formen annehmen”, weiß die Expertin und sieht auf dem kreativen Weg die Spur der Selbstfindung.

Wichtig ist zu sagen, dass ein jeder in seinem eigenen Tempo gehen darf und nur so weit, wie ihn seine neu gewachsenen Flügel tragen.

Aktuell betreut Martina Schneidenbach drei Trauernde, die alle einen liebenden Menschen vor rund sechs Monaten bis ein Jahr verloren haben. Wer sich dieser Gruppe anschließen oder einen ersten Kontakt aufnehmen möchte, der ist zur Trauergruppe am Montag, 14. Mai, ab 14 Uhr, im Frauenkommunikationszentrum des Frauenbundes, Heinrichstraße 38, willkommen. Wer erst einmal den lockeren Gesprächsaustausch sucht, für den ist das nächste Café am Montag, 4. Juni, ab 14 Uhr, ein guter Einstieg.

Übrigens: Alles hieb- und stichfest rund um die Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht erklärt Jens Göbel am Montag, 28. Mai, 9.30 Uhr.

( Fanny Zölsmann, 12.05.2018 )

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