Partner

gebr_frank.jpg
verlag_dr_frank_gmbh.jpg
onicom.de.jpg
gera.jpg
RPG_Logo_1.jpg


Hinweise

acrobat_reader.jpg

Button_E_paper.png

Schlagzeilen der Woche

zurück

Lotta sucht genetischen Zwilling

Dass Kinder beim Rennen oder Spielen stürzen, ist keine Seltenheit. Trost spenden, Wunde reinigen, Pusten und ein Pflaster darauf, so oder ähnlich werden es die meisten Eltern handhaben. Ganz so einfach lief es bei der vierjährigen Lotta aus Ronneburg im vergangenen Sommer nicht ab. Nach einem Sturz bekam sie Fieber und so führte der Weg in die Notaufnahme. Die Diagnose für die Vierjährige wirbelt seit diesem Tag das Leben der Familie durcheinander. Lotta hat Leukämie und muss sofort in Behandlung hieß es. „Eine solche Diagnose lähmt einen im ersten Moment und zieht den Boden unter den Füßen weg. Ich war mit Lottas kleinem Bruder schwanger und so mussten wir uns völlig neu organisieren“, erzählt die Mama der Vierjährigen. So führte der Weg in die Kinder-Onkologie der Uniklinik Jena, hier ist Lotta seit Juli 2017 in Behandlung. Im Januar begann einen neue hochdosierte Chemotherapie, die in drei Blöcken aufgeteilt ist. „Wir haben ihr damals erklärt, dass ihr Blut krank ist. Jetzt sind einige Monate seit der Diagnose vergangen und durch die Therapie und die Aufenthalte in der Klinik ist ihr die Krankheit auch bewusst. Die Chemotherapie ist hart, aber in den Erholungsphasen fühlt Lotta sich gut. Erst kürzlich fragte sie jemand, wie die Chemo war und sie sagte, dass der Aufenthalt trotz allem ganz schön war“, so Lottas Mama weiter. Dies ist auch dem Team der Klinik zu verdanken, wie die Familie berichtet, denn hier kümmern sich alle rührend um die kleinen Patienten und versuchen diese vom Krankenhausalltag abzulenken.

Da die junge Ronneburgerin in eine Hochrisikogruppe gerutscht ist, besteht nun die Gefahr, dass Lotta eine Stammzellenspende benötigt. Noch ist dies nicht der Fall und natürlich hoffen alle, dass die Chemotherapie anschlägt und die Behandlung zum Erfolg führt. Im März werden die Untersuchungen zeigen, ob ein genetischer Zwilling gefunden werden muss. Ist dies nötig, muss dieser bei der DKMS (Deutsche Knochenmarksspenderdatei) registriert sein. Auch wenn die Bereitschaft zur Registrierung in der Bevölkerung wächst, gibt es immer noch viele Menschen die diesen Schritt zwar gern gehen würden, aber Angst davor haben. Das liegt daran, dass noch immer der Glaube herrscht, dass dies mit hohem Aufwand und Schmerzen verbunden sei. Doch die Öffentlichkeitsarbeit der DKMS zeigt Wirkung und so erkennen viele, dass die Registrierung unter dem Motto „Mund auf, Stäbchen rein und Spender sein“ ziemlich einfach und ohne Aufwand verläuft. Doch den richtigen „Stammzellenzwilling“ zu finden, ist schwer. Deshalb haben die Feuerwehr und die Gemeinde Rückersdorf, aus welcher der Papa von Lotta stammt, dazu aufgerufen an einer Typisierungsaktion teilzunehmen. Die ersten Termine sind bereits gelaufen und der Aufruf führte dazu, dass pro Termin über 400 Personen typisiert wurden.

Schnell war klar, dass man die Bereitschaft der Menschen nutzen sollte und so gibt es am 26. Februar im Feuerwehr- und Bürgerhaus Rückersdorf zwischen 16 und 19 Uhr die nächste Typisierungsaktion der DKMS. Auch hier kann sich jeder mit Hilfe eines Wattestäbchens oder einer Blutentnahme typisieren lassen. Die Familie ist überwältigt von so viel Anteilnahme und weist darauf hin, dass die DKMS Typisierung nicht nur Lotta helfen kann, sondern es viele Menschen gibt, die eine Stammenzellenspende benötigen. Daher finden sie es wichtig, wenn sich jeder an der Aktion beteiligt und damit seinem genetischen Zwilling helfen kann, wenn dieser eine Stammzellenspende benötigt.

( Lars Werner, 10.02.2018 )

zurück