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Ein Blickfang für die Bürger

Wie wichtig die Sprache für die Entwicklung unserer Kinder ist, darüber ist man sich einig. Gerade in unserer Zeit der digitalen Medien wird die verbale Kommunikation immer mehr ins Abseits gedrängt. Dem geschriebenen Wort wird der Vorrang eingeräumt. Die Wichtigkeit der Sprache, insbesondere in den Kindereinrichtungen, möchte das Bundesprogramm „Sprach-Kitas“ unterstreichen und unterstützen. Unter dem Motto „Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ stärkt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend die alltagsintegrierte sprachliche Bildung, die inklusive Pädagogik sowie die Zusammenarbeit mit Familien in den Kitas. Der Bund stellt für das Programm „Sprach-Kitas“ im Zeitraum zwischen 2016 und 2020 Mittel von insgesamt bis zu einer Milliarde Euro zur Verfügung. Finanziert werden damit halbe Fachkraftstellen in den Einrichtungen, eine Fachberatung für territoriale Verbünde sowie Sachkosten für die Umsetzung.

Die Kindertagesstätte „Kinderwelt“ des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in der Eiselstraße 139 nimmt seit dem 1. September 2017 am Bundesprogramm teil. Von Anfang an begleitet Anja Kerzig als Sprachfachkraft mit 20 Stunden in der Woche die Erzieher in der Einrichtung bei der alltagsintegrierten sprachlichen Bildung. „In den Teamberatungen und durch direkte Anleitung gebe ich Anregung bei der Umsetzung verschiedener Methoden. Eine große Hilfe ist mir dabei die Fachberaterin Nancy Laschek von der Kindersprachbrücke Jena e. V.“, berichtet Anja Kerzig. Gemeinsam mit Kita-Leiterin Kerstin Schmidt-Kästner bildet sie ein sogenanntes Tandem, das die Aufgaben in der Sprach-Kita gemeinsam umsetzt. „In der zur Verfügung stehenden Zeit nutze ich die Gelegenheit, mich mit Fachliteratur und im Internet weiterzubilden, Materialien auszuprobieren und exemplarisch anzuwenden. Diese 20 Stunden in der Woche sind geschenkte Zeit mit dem Fokus auf Sprachbildung, die im normalen Kita-Alltag sonst nicht da wären“, lobt Anja Kerzig das Programm.

Für Kinder und ihre Entwicklung sind Sprachkompetenzen äußerst wichtig. Erfahrungen zeigten, gibt Anja Kerzig zu bedenken, dass unsere Zeit immer schweigsamer wird. Lehrer von Grundschulen berichten, dass es immer schwieriger sei, Kindern aufgrund der sprachlichen Ausstattung in der Schule das Schreiben beizubringen. Viele Kinder müssten sogar zur Logopädie, weil die Sprachdefizite zunehmen. „Hier sind auch die Eltern gefragt“, ergänzt Kita-Leiterin Kerstin Schmidt-Kästner. „Wir müssen den Eltern wieder bewusst machen, wie wichtig etwa das wiederholte Anschauen von Bilderbüchern ist. Für viele Kinder ist ihr Lieblingsbuch das Größte und Schönste.“

Im Kita-Alltag helfen den Kindern Bilder und Figuren, um Alltagssituationen nachzustellen, Begriffe zu festigen oder spielerisch Zahlen oder Mengenlehre kennenzulernen. Die meisten praktischen Hilfsmittel dafür wurden von Anja Kerzig hergestellt.

Ein weiterer wichtiger Punkt im Bundesprogramm ist die Integration. In der Kita Kinderland sind die Sprachen Deutsch, Englisch, Russisch, Ukrainisch und Arabisch vertreten. „Für das Programm gibt es keine Sprachbarrieren. Jedes Kind in unserer Einrichtung wird in die Methodik Hören Lauschen Lernen einbezogen“, erzählt Anja Kerzig. „Kinder lernen eine andere Sprache viel unkomplizierter und wir helfen dabei. Oft erfahren wir von den Eltern ausländischer Kinder, wie schnell sie begreifen. Dabei legen wir natürlich Wert, dass die Kinder auch ihre Muttersprache in der Kita gebrauchen dürfen.“

Anja Kerzig ist neben ihrer Arbeit als Sprachfachkraft weitere 20 Stunden als Erzieherin in der Kindereinrichtung tätig. Sie findet diese Kombination sehr gut, da sie die Kinder so genauer kennenlernt und mit ihnen Methoden ausprobieren, analysieren und beobachten kann. Nach erst zwei Monaten Sprach-Kita gilt es in der „Kinderwelt“ noch viel zu lernen und umzusetzen. In Gera gibt es noch drei weitere Kindertagesstätten, die am Bundesprogramm teilnehmen. Für Anja Kerzig ist der Erfahrungsaustausch im Verbund und mit der Fachberaterin sehr nützlich und bereichernd.

( Wolfgang Hesse, 11.11.2017 )

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