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Freude nehmen und geben

Antje Tarcsai ist frisch und munter, voller Energie und Lebensfreude und genau diese möchte sie auch weitergeben. Das war nicht immer so.

2013 erhielt sie die Diagnose, dass sie schwer krank ist. Bis dato hatte die damals 62-Jährige einen langsamen Ausstieg aus der Arbeitswelt geplant. Sie war lange Zeit selbstständig, führte u.a. den Tabak-Laden Tarcsai in der Schlossstraße. Bereits 2011 verkaufte sie ihr Geschäft und jobbte danach als Angestellte in Teilzeit weiter. 2013 dann das Aus. Viel Zeit verbrachte sie im Krankenhaus und machte dort ihre eigenen Erfahrungen. „Vor allem in den Zeiten, wenn ich in die Klinik musste, begegneten sie mir. Die Menschen, auf die niemand zu Hause wartete. Sie sind allein und würden sich über manch‘ Zweisamkeit freuen. Da kam mir die Idee”, erzählt sie ihre ersten Schritte in Richtung „Freu-Zeit-Geberin”. Allein natürlich kaum schaffbar. „Ich besuchte Steffi Nauber im Stadtteilbüro Bieblach. Sie kannte ein ähnliches Projekt aus Jena. Sie nennen sich Tausend Taten e.V. und eine Aktion ist ‚Nahbarn‘. Mit ihnen haben wir Kontakt aufgenommen”, führt Antje Tarcsai aus, wie ihr Projekt das Laufen lernte.

Mit Unterstützung der GWB „Elstertal” sind nun Flyer gedruckt und die ersten Kontakte gibt es auch schon.

Freu-Zeit heißt, dass sich erst einmal Menschen finden, die gern in ihrer Freizeit anderen Menschen Zweisamkeit schenken wollen, sei es in Form eines Spielenachmittages, gemeinsam Einkaufen zu gehen, ein Kaffeekränzchen zu halten oder warum auch nicht, Theater, Kino oder Konzerte zu besuchen. Freu-Zeit heißt, dass sich ebenfalls Menschen angesprochen fühlen sollen, die gern aus einsamen Stunden gemeinsame Momente machen wollen. „Drei Paare haben sich bereits gefunden. Zwei von Ihnen, im Alter von Mitte 30 und 80 Jahren, werden künftig gemeinsame Aktivitäten planen, u.a. auch Konzerte besuchen”, freut sich Antje Tarcsai, dass ihr Pflänzchen bereits Früchte trägt.

Wer sich nun noch fragt, wie das Ganze in der Praxis aussehen soll, dem sei hiermit gesagt: Antje Tarscai ist und bleibt die Ansprechpartnerin und Koodinatorin. Sie lernt alle Geber und Nehmer kennen und bringt sie an einen Tisch. „Neben individuellen Gesprächen und Zusammenkünften sollen auch monatliche Erfahrungssaustausche stattfinden. Diese Treffen sollen dann auch jenen Menschen, die gern geben oder nehmen wollen, einen ersten Anlaufpunkt bieten. Wichtig ist und bleibt, der Mut auf dieses neue Lebensgefühl und die Neugier neue Menschen kennen lernen zu wollen”, spricht Antje Tarcsai zu den Suchenden, die sich über ein bisschen Geselligkeit freuen würden. „Wichtig ist zu sagen, dass Freu-Zeit-Geber nicht für hauswirtschaftliche Belange zuständig sind. Zeit, die wir schenken ist kostbar und sollte für beide Seiten ein gewinnbringendes und gutes Erlebnis sein.”

Mit dem Projekt Freu-Zeit will Antje Tarscai unabhängig bleiben, es wird weder ein Verein gegründet noch eine andere Institution Mitsprachrecht erhalten. „Ich möchte frei und unabhängig bleiben, sodass alle die an dieser Aktion teilhaben, es aus freien Stücken ohne Zwang und Druck leben und erleben können. Natürlich wird hier und da ein kleiner Betrag, z.B. Fahrtkosten, anfallen. Daher bin ich sehr dankbar über die aktuellen Spenden von Döneria Ardi, Apollo, Hausmeisterservice Ch. Fuchs, der GWB ‚Elstertal‘, dem Yoga Studio ZeitRaum, von Frau Birkner-Adolph sowie von Familie und Freunden”, dankt die engagierte Frau den Spendern.

Wer nun Mut geschöpft oder neugierig geworden ist, der sollte Antje Tarcsai kontaktieren: ( (01520) 5487551.

( Fanny Zölsmann, 11.11.2017 )

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