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Mit „Koma” emotional umgehen

„Bürger werden abgehört, Ängste grassieren, auch die Angst vor Veränderung. Doch das bedeutet Stillstand und Stillstand gleicht in der Natur dem Tod – gleich Koma,” so leitet der Künstler Winfried Wunderlich zur Ausstellung „Koma” über, die er gemeinsam mit Sven Schmidt konzipierte und die jetzt in der Galerie M1am Mohrenplatz eröffnet wurde. Schon vor einem Jahr haben sich die beiden Gedanken zu dem Thema gemacht. „Wir wollten sehen wie Künstler emotional damit umgehen”, beschreibt er die Idee. Die Angst, dass es zu düster werden könne, habe sich nicht bewahrheitet. Wie der Besucher sehen kann, haben viele das Ausstellungsmotto auch mit Humor behandelt. Durch den Artikel in der Zeitschrift „Spiegel” über Gera habe das Thema neue Facetten bekommen. „Befindet sich Gera im Wachkoma?”, fragt Winfried Wunderlich. „Die Stadt braucht Bewegung und ein Ziel”, ergänzt Sven Schmidt. Beide Künstler tragen selbst viel zur kulturellen Bewegung in ihrem Umfeld und darüber hinaus bei. „Kunst überwindet das Koma”, sind sie sich sicher.

Dem Ruf der Ausstellungsthematik folgten 24 Künstler aus Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Berlin und der Schweiz. Vertreten sind alle Techniken und alle Genres, ob Malerei, Linolschnitte, Fotografie, Collagen, Grafik und Plastik. In allen Räumen der Galerie in Untermhaus ist viel zu entdecken. Rund 150 Werke sind in der von der Thüringer Staatskanzlei geförderten Ausstellung zu sehen. Nicht immer springt der Hintersinn des Werkes sofort ins Auge, und mitunter kann sich jeder Betrachter einen anderen Reim darauf machen. Was zum Beispiel denken oder treiben die Gesichter mit den fast verschlossenen Augen gerade auf dem Werk der Künstlerin Sibylle Grundeis. Sind sie im Banne der verschlungenen Datenbahnen ihres Smartphones?

Nicht zu übersehen und raumbestimmend sind die Holzskulpturen von Siegfried Otto Hüttengrund aus Bernsdorf bei Chemnitz. Er persifliert mit drei farbigen aufrecht stehenden Schafen menschliche Schwächen und Eigenschaften. Frau Schaf trägt einen gestreiften Badeanzug, der vier Brüste verdeckt, während Herr Schaf mit vier Penissen protzt. Das Kind, ein Lämmchen, ist schon ganz sportlich und stemmt Gewichte. So haben sich alle Künstler dem Thema auf ihre individuelle ganz besondere Weise genähert, und der Besucher fällt keineswegs ins Koma, sondern ist angetan und zuversichtlich ob der Gesundung.

( Helga Schubert, 05.08.2017 )

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