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Ich weiß um meine weltliche Lebensverantwortung

Stefan Taubmann gehört zu jenen Menschen, die abbiegen. Mit 37 Jahren begann er erneut die Schulbank zu drücken. Er wählte die Theologie. Stefan Taubmann ist gelernter Pfleger in der Palliativ Care. Er lebte und arbeitete die letzten 18 Jahre in Leipzig, bevor er vor drei Jahren nach Gera kam. Bereut, habe er es nie. „Gera ist anders. Gera hat viel mehr Spielwiesen, hier kann man noch viel entwickeln, bewirken und realisieren”, ist sich Stefan Taubmann nach drei Jahren Leben und Arbeiten in dieser Stadt sicher.

Die Chance auf Gera bot ihm Uwe Heimowski. „Sie traf mich 2012 völlig unerwartet, weil wir in Leipzig alle Hände voll zu tun hatten. Doch da wir praktisch mehr als ein Jahr Zeit hatten, uns auf unsere neue Herausforderung vorzubereiten, haben wir es schlussendlich getan”, erinnert sich Stefan Taubmann zurück. Wenn er von „wir” redet, dann meint er sich und seine Frau.

Als junger Pastor begann Stefan Taubmann im September 2013 hier in der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde, nachdem er sein 2009 begonnenes berufsbegleitendes Studium abgeschlossen und seinen Umzug bewältigt hat.

Er selbst findet, dass es „ein wunderbares Alter war, seine festen Gedanken einzureißen und neue Strömungen zuzulassen. Ich habe eine größere Gelassenheit durch mein Studium entwickelt. Es war eine gute Zeit. Eine Zeit der Neuorientierung und Reflexion”, resümiert er.

Seit drei Jahren arbeitet Stefan Taubmann in der G26 und zeichnet neben den klassischen Aufgaben auch für die Vernetzung verantwortlich. „Neben Gottesdiensten, Seelsorge, Taufen, Abendmahl, Beerdigungen, Trauungen obliegt mir auch die Zusammenarbeit mit den anderen Kirchen. Ich vertrete unsere Gemeinde in der Evangelischen Allianz in Gera, für die ich gerade den Vorsitz habe, sowie in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, der ökumenischen Arbeit. Das Miteinander der Christen in unserer Stadt liegt mir sehr am Herzen.“

Zudem vertritt er die G26 in der AG Jugendarbeit der Stadt Gera und am Runden Tisch für Toleranz und Menschlichkeit. Er sitzt für die Freien Träger der Kinder- und Jugendhilfe im Jugendhilfeausschuss der Stadt Gera. Als Bürger bringt er sich im Begleitausschuss „Partnerschaften für Demokratie“ ein, einem Bundesprogramm für Toleranz und Menschlichkeit.

Stefan Taubmann ist nah, menschlich, ehrlich. Er versteht es auf Menschen zuzugehen, ihnen zuzuhören und ihnen Halt zu geben.

Privat engagiert er sich auch für syrische Familien. Seine Eindrücke und Gedanken aus dem Erzählcafé der G26 zum Thema Krieg und Flucht schrieb er gemeinsam mit Anne-Christin Martz und Uwe Heimowski im Buch „Betet für unsere Kinder” nieder. (Lesen Sie nebenstehend im Kasten mehr zum Buch.)

Um auch nach dem Weggang von Uwe Heimowski die Arbeit auf gesunde Füße zu stellen, sucht die Gemeinde ab Oktober einen weiteren Pastor oder Pastorin. „Wir haben uns immer als Team verstanden und wollten auch von außen so wahrgenommen werden. Diesen Weg möchten wir so weitergehen.“ Gesucht wird eine Person mit einer fundierten theologischen Ausbildung. „Da wir ein offenes Haus sind, sind auch Quereinsteiger willkommen. Sie oder er sollte genügend Berufserfahrung mitbringen und einen dynamischen Willen, die Gemeinde weiter beleben zu wollen”, freut sich Stefan Taubmann auf eine gute Partie. In der G26 sind außerdem der Jugendreferent Micha Steppan sowie Renate Schwerdtfeger als Sekretärin angestellt. Darüber hinaus gibt es noch ein Hausteam, das v.a. aus Bundesfreiwilligen und Ehrenamtlichen besteht. „Die Mehrheit von ihnen hatten im Vorfeld nichts mit unsere Gemeinde zu tun. Dass ist auch eines unserer Credo. Wir haben uns in den letzten Jahren sehr geöffnet. Bei uns findet nicht nur das alltägliche Kirchenleben statt. Zu uns finden immer mehr Menschen, die nicht christlich sind. Junge Mütter, die sich im losen Verbund treffen, um einen Familiennachmittag zu gestalten. Syrer, Afghanen, Eritreer und Menschen anderer Nationalitäten suchen unser Haus auf, weil sie sich hier wohl und angekommen fühlen. Ein Grund dafür ist der Freundeskreis für Flüchtlinge, der in unserem Café Global jeden Dienstag und Mittwoch nachmittags seine Sprachgruppen anbietet. Ein weiterer Anlass ist das Erzählcafé, wo schon einige von ihnen ihre Geschichten erzählt oder anderen dabei zugehört haben. Mit diesen Veranstaltungen bieten wir den Gästen die Chance einander kennenzulernen und zu verstehen, auch über kulturelle, sprachliche und religiöse Grenzen hinweg. All das schätze ich an dieser Arbeit hier. Gemeinde heißt Gemeinschaft, und ich als Pastor sehe mich eher als Koordinator, der Menschen zusammenbringt und sie unterstützt, z.B. ihre individuellen Fähigkeiten und Gaben zu erkennen und sich auszuprobieren.”

Wer das Leben in der Gemeinschaft kennenlernen oder einfach einmal Teil eines größeren Ganzen sein möchte, der ist stets willkommen. Die nächsten Termine, zu denen alle Bürger Geras eingeladen sind: Am Dienstag, 30. August läuft 19 Uhr im Café Global in der Reihe Kulturkino ein Spielfilm zur rechtsextremen Szene.

Das nächste Erzählcafé findet am Dienstag, 13. September, 19 Uhr, zum Thema „Mein Land – Flüchtlinge über ihre Liebe zur Heimat” statt. Der syrische Künstler Abdalkalik Alselh wird zusammen mit der Geraer Malerin Ute Rückert einige seiner Bilder vorstellen.

( Fanny Zölsmann, 27.08.2016 )

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