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Kunst mit „ERD-Licht“ in Geras Unterwelt

Was wäre Gera ohne seine Höhler? Dieser regionale und überregionale Anziehungspunkt steht seit 2003 ganz hoch in der Gunst der Installationskunst. Unter dem Thema „ERD-Licht“ beteiligten sich 19 nationale und internationale Künstler an der 9. Höhler Biennale im Labyrinth der Geraer Unterwelt. Mit 1.600 Besuchern, das seien im Durchschnitt 35 Gäste pro Tag, gehe die 2019er Ausgabe erfolgreich zu Ende, betont Projektleiterein Dr. Gitta Heil. „Die Künstler haben es mit ihren Arbeiten vermocht, Antworten auf das Ausstellungsthema zu geben, Licht auf unserer Erde aufzuzeigen. Sie haben dabei verstanden, sozialkritische Fragestellungen, gesellschaftliche Verwerfungen, Digitales, Naturwissenschaftliches, Ökologisches, Historisches und Philosophisches in ästhetischen Formen und Klang miteinander zu verbinden“, betont Gitta Heil. Die Bedeutung der Höhler Biennale für die Kunst in unsere Region, stellte Dr. Henrik Ziegenbein von der Sparkasse Gera Greiz in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. „Kunst braucht das Licht der Öffentlichkeit, denn ohne Publikum, ohne Betrachter, ohne Rezipienten kann die Kunst ihre gesellschaftlichen Funktionen nicht erfüllen“, sagte er.

Die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und die Sparkasse Gera-Greiz stiften den Installationspreis mit einer Gesamtsumme von 6.000 Euro. Den Hauptpreis und ein Preisgeld von 3.000 Euro erhielt Marion Linke aus der Schweiz für ihre Installation „Goldrausch – Es ist nicht alles Gold, was glänzt“. Golden schimmernde Patronenhülsen bilden das Hauptmaterial ihrer Arbeit. „In der Welt gibt es sehr viel Gewalt, Krieg und Leid. Dies kommt nicht nur bei den Menschen, die es direkt betrifft an, sondern auch bei uns in Europa. Das zeigen die mit den Patronenhülsen gefüllten Torsi eines Erwachsenen und eines Kindes“, erklärt die Künstlerin. Gerade Kinder seien stark betroffen, kommen traumatisiert aus Kriegsregionen zu uns oder wachsen mit der Gewalt in der Welt und um uns herum auf. Hier sei unsere Verantwortung besonders wichtig, so Marion Linke. „Gegen das was derzeit im Mittelmeer passiert, muss ernsthaft etwas getan werden“, sagt weiter. Für die Künstlerin, die bereits 2013 das erste Mal an einer Höhler Biennale teilgenommen hat, gehören die Geraer Höhler zu einem unglaublichen Schatz der Stadt, den man unbedingt auch für die Kunst erhalten muss. Wie diese Installation verbinden alle Künstler ihre Projekte mit dem außergewöhnlichen Ambiente der Höhler. Das Ergebnis entstehe eigentlich erst im Moment des Aufbaus, gesteht Thomas Prochnow, einer der ausstellenden Künstler. Wolfgang Schwarzentrub aus Gera ist bereits das vierte Mal bei einer Höhler Biennale dabei und ist jedes Mal wieder fasziniert von Licht und Schatten in den Höhlern. „Mit der Halde habe ich ein örtliches Thema aufgegriffen. Die Renaturierung der Wismutregion durchzieht viele meiner Arbeiten. Das war auch der Anlass mit diesem Thema noch einmal unter Tage zu gehen“, so Wolfgang Schwarzentrub. Mit dem Sonderpreis in Höhe von 2.000 Euro wurde Yvonne Goulbier aus Heidelberg für ihre Lichtinstallation „… i fiori dell luce …“ ausgezeichnet. Die Künstlerin beschäftigt sich seit über 40 Jahren mit der Installationskunst, mit Lichträumen und Raumpoesien. „Meine Arbeiten sollen die Menschen bezaubern, sie berühren und einen bleibenden Eindruck hinterlassen“, erklärt sie. Das ist ihr mit den ERD-Licht-Blumen gelungen, denn diese Arbeit stand ganz hoch in der Besuchergunst. Den Publikumspreis in Höhe von 1.000 Euro erhielt Romana Menze-Kuhn für ihre „greelight global nature /2019“. Wurzeln in grünes fluoreszierendes Licht getaucht bilden mit Worten, wie „Licht“, „Raum“ oder Verwurzelt sein“ eine Koexistenz. Die Standpunkte der Menschen in einer globalisierten Welt haben sie dazu inspiriert. Assoziationen zum Klimawandel und zu den Aktionen von „Fridays for Future“ sind da nicht ganz zufällig.

Was wäre die Biennale ohne die Künstler und ohne deren großes Engagement? fragt Gitta Heil. Mit viel Freude berichtet sie von einer spontanen Spende einer Besucherin in Höhe von 1.000 Euro. Die Künstler André Kestel und Christian Scholz erhielten auf Wunsch der anonymen Spenderin jeweils 500 Euro für ihre Installationen.

( Wolfgang Hesse, 07.08.2019 )

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