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Gera

Seite 8

Trauer- und Danksagungen

Freitag, 16. Oktober 2020

Mein Engel

Seit mich mein Engel nicht mehr bewacht,

kann er frei seine Flügel entfalten

und die Stille der Sterne durchspalten, -

denn er muss meiner einsamen Nacht

nicht mehr die ängstlichen Hände halten -

seit mich mein Engel nicht mehr bewacht.

Rainer Maria Rilke

Nach langer schwerer Krankheit nehmen wir Abschied

von meinem lieben Ehemann, Vater, Schwiegervater,

Opa, Uropa und Bruder

Walter Ludwig

* 06.12.1930 † 02.10.2020

In stillem Gedenken

Elfriede Ludwig

Henry Ludwig mit Ehefrau Christine

deine Enkel und Urenkel

im Namen aller Angehörigen

Gera

, im Oktober 2020

Menschen, die wir lieben, bleiben für immer,

denn sie hinterlassen Spuren in unseren Herzen.

Herrn

Leben sind nicht Jahre.

Leben sind Stunden –

unvergessliche Minuten, ja, Stunden.

Fassungslos und voller Schmerz nehmen wir

Abschied von meinem lieben Partner, Vater,

Opa und Bruder

Hans-Joachim Hirsch

* 5. 10. 1957 † 1. 10. 2020

In Liebe und Dankbarkeit

Ulrike

im Namen aller Angehörigen

Die Trauerfeier mit anschließender Urnenbeisetzung

ndet am Mittwoch, den 21. Oktober 2020,

um 11.00 Uhr auf dem Friedhof in Gera-Zwötzen statt.

Nicht traueren wollen wir,

dass wir ihn verloren haben,

sondern dankbar sein,

dass wir ihn so lange gehabt haben.

Voller Liebe und in dankbarer Erinnerung

nehmen wir Abschied von unserem lieben

Schwiegervater, guten Opa und Bruder

Kurt Schmeißer

* 25.04.1925 † 02.10.2020

In stiller Trauer

dein Enkel Sven mit Susi

dein Schwiegersohn Horst

deine Schwester Gerdi mit Familie

deine Urenkelinnen Lisa und Lilli

sowie alle Anverwandten

Gera

, im Oktober 2020

Die Urnenbeisetzung ndet am Montag dem 26 Oktober 2020

um 10.00 Uhr auf dem Ostfriedhof in Gera statt.

In Liebe und Dankbarkeit nehmen wir Abschied von

unserer Mutter

Ingrid Plescher

geb. Endler

geb. 20.06.1944 gest. 05.10.2020

In stiller Trauer

Deine Kinder

Heike, Henri und Mario

mit Familien

Gera,

im Oktober 2020

Als die Kraft zu Ende ging,

war es kein Sterben, war es Erlösung.

Albert Lösche

geb. 15.07.1937 gest. 02.10.2020

In stiller Trauer

Peter Lösche mit Familie

Carmen Weidhase mit Familie

Im Namen aller Anverwandten

Gera

, im Oktober 2020

In einem kleinen, unscheinbaren

Heftchen mit dem Titel „Musik

und Theater in Gera“ aus den Jah-

ren 1946/47 (das genaue Erschei-

nungsjahr fehlt), einem Sonderheft

zur gleichnamigen Ausstellung, ist

ein Beitrag „Der Instrumentenbau

in Gera“ abgedruckt. Darin gibt der

Verfasser Richard Benz einen Über-

blick über dieses Handwerk, natür-

lich beginnend mit den Friedericis.

Außer den Friedericis waren im 18.

und beginnenden 19. Jahrhundert

in Gera weitere Instrumenten – vor-

rangig Klavierbauer, tätig. Genannt

werden Johann Friedrich Bach-

mann, Johann Ernst Große, Johann

Christoph Brand und Christian

Friedrich Schulze. Die Herausforde-

rung bestand darin, mehr zu diesen

Handwerkern zu erfahren. In den

Kirchenbüchern und im „Amts-

und Nachrichtenblatt für das Für-

stenthum

Gera“

(verschiedene

Jahrgänge) gibt es weitere spärliche

Informationen: Zu Johann Friedrich

Wilhelm Bachmann selbst, Instru-

mentenmacher und 1821 verstor-

ben, habe ich keine weiteren Einträ-

ge gefunden.

Christian Friedrich Schulze, Bür-

ger, Tischler und Instrumentenma-

cher, Sohn des Johann Christian

Schulze († 30. Oktober 1811 im 65.

Lebensjahr) zeigt zum 3. April 1824

die Geburt der Tochter Christiane

Friederike an. Diese Nachricht ist in-

sofern wichtig, wird doch in anderen

Quellen Christian Friedrich Schulze

mit dem Todesjahr 1811 genannt.

Zu Johann Ernst Große, Instru-

mentenmacher und Sänger, †1836

(dazu in den Kirchenbüchern † 14.

Januar 1836 im 78. Lebensjahr) habe

ich bisher keine weiteren Informati-

onen gefunden.

Johann Christoph Brand, In-

strumentenmacher, heiratet am

24. Januar 1825 Henriette Caro-

line Bachmann, die älteste Tochter

des Instrumentenmachers Johann

Friedrich Wilhelm Bachmann. Am

27. November 1825 wird beider

Tochter MariaTheresia geboren. Am

2. Februar 1829 Geburt der Tochter

Johanne Caroline Marie und am 18.

Mai 1831 Geburt der Tochter Jo-

hanne Friederike Auguste. Am 20.

August 1833 wird der Sohn Adolph

Louis Bernhard geboren. Johann

Christoph Brand verstirbt 1856.

Für das Jahr 1824 verzeichnet das

Amtsblatt weiter:

Johann Christian Tresselt, Bürger

und Instrumentenmacher, heiratet

am 8. Juli 1824 Johanne Christiane

Giersch. Tresselt wird 1832 als Stadt-

verordneter des Distrikt A angege-

ben.

Johann Georg Bach, Instru-

mentenmacher, heiratet am 18. Ok-

tober 1824 Dorothe Sophie Geitner.

Bereits am 21. Oktober wird Sohn

Franz Moritz geboren.

Am 16. November 1825 erscheint

im Amtsblatt eine Anzeige des In-

strumentenmachers Carl Friedrich

Böhm (ohne e, kann ein Druckfehler

sein) über den Tod der Tochter Jo-

hanne Friederike. Am 1. September

1833 wird SohnTheodor Franz Lou-

is geboren. Über die Firma Böhme

werde ich später berichten.

Im Mai 1828 erscheint folgende

Anzeige: „reingestimmte Mundhar-

monikas, um äußerst billigen Preis

zu haben… bei der Papier- und

Kunsthandlung, Schloßgasse 27“.

Leider wird der Hersteller nicht an-

gegeben.

Über eine Geraer Orgelbauerfami-

lie Popp, die bereits 1763 die Korbu-

ßener Orgel gebaut hat, habe ich in

den bisher gesichteten Unterlagen

keine Informationen gefunden.

In der Broschüre „Das schöne

Gera“, herausgegeben vom Kul-

turamt der Stadt Gera für die

Jahre 1949/50, ist ein Foto ent-

halten, dessen Abbildung den „In-

strumenten-Saal in der Theater- und

Musik-Schau im Küchengarten“,

also der Orangerie, zeigt. Im Raum

stehen einige Klaviere und darü-

ber an der Wand steht „Die Familie

der Friedericis – Begründung des

Geraer Instrumentenbaus“. Leider

ist die Bildqualität für eine Veröf-

fentlichung zu schlecht.

Ronald Knoll zum Musikinstrumentenbau (11)

Orgel- und Klavierbauer

Orgelfahrt

Gera (NG).

Die Gera Informa-

tion organisiert am Sonnabend,

7. November, eine weitere Fahrt

durch Ostthüringen und besucht

vier Kirchen. Die Mitarbeiter

der Gera Information geben

gern mehr Informationen:

8381111. Anmeldeschluss ist der

30. Oktober.

Der Mohrenplatz hieß ursprüng-

lich Kirchplatz und wurde am 1.

Januar 1919 zur Erinnerung an das

1923 abgebrochene Gasthaus „Zum

Mohren“ in Mohrenplatz umbe-

nannt. Die um 1440 errichtete spät-

gotische St. Marienkirche gehörte

bis 1736 als Filialkirche zur Pfarrei

Gera. Von 1802 bis 1854 war sie

gleichzeitig Garnisonkirche des reu-

ßischen Militärs. In der Kirche ist

besonders der um die Zeit von 1460

datierteMarienaltar und die 1919/20

vom Bildhauer Prof. Fritz Behn ge-

schaffene Skulptur aus Knollenkalk,

einen betenden Krieger darstellend,

beachtenswert. Die Skulptur ist eine

Stiftung der Geraer Familie Georg

Hirsch.

Auf der westlichen Seite des Plat-

zes steht das ehemalige Amtshaus,

das Justizamt für das Amt Gera im

18. und 19. Jahrhundert. Dahinter

erstreckt sich das ehemalige Vor-

werk des Ostersteins, das Unterhaus

und spätere Kammergut und der

Bauhof. Das alte Kammergut, ist im

Volksmund als „Hofgut“ bekannt.

Der Gasthof zum Mohren, die

alte Botenherberge des Ostersteins,

wird 1540 erstmals erwähnt. Der

Name „Zum Mohren” lässt sich auf

St. Mauritius zurückführen, den

Schutzpatron des Fußvolkes und

der Boten. Da Mauritius aus The-

bais in Ägypten stammte, wurde er

als Mohr in Rittertracht dargestellt,

was zu der volkstümlichen Bezeich-

nung „Mohr“ führte. Gera‘s ehe-

maliger Stadtarchivar, Ernst Paul

Kretschmer, befasst sich in seiner

1926 veröffentlichten „Geschichte

der Stadt Gera und ihrer nächsten

Umgebung“ u.a. ausführlich mit der

Geschichte des ehemaligen „Gasthof

Zum Mohren“ und seiner Namens-

gebung. Der ehemals am Gasthaus

angebrachte kunstvoll geschmiede-

te Schildhalter stammt aus dem 18.

Jahrhundert, Kretschmer vermutet

die Zeit, als das Gebäude erneuert

und erweitert wurde. Der Sechs-

stern mit dem Mohrenkopf wurde

erst 1884 vom damaligen Besitzer

Metius sen. angebracht und verblieb

dort bis 1922. Heute befindet sich

der Schildhalter und der Sechsstern

im Besitz des Stadtmuseums Gera.

Der Gasthof zum Mohren wurde

1923 abgerissen und an seiner Stelle

die Beamtenhäuser für die fürstliche

Schloss- und Kammerverwaltung

errichtet. Die Beamtenhäuser sind,

bis auf ein Künstleratelier, leergezo-

gen und die zukünftige Nutzung ist

ungewiss. Begrenzt wurde der Platz

auf der nördlichen Seite durch das

Haus des Kammerdieners. In den

1980er Jahren erfolgte der Abriss des

markanten Fachwerkhauses. Durch

den Abriss des Hauses ist der Platz-

charakter leider etwas verloren ge-

gangen. Bis ins 19. Jahrhundert floss

der Kerbebach noch offen über den

Kirchplatz. In Höhe des Amtshauses

führte eine kleine Brücke darüber.

Manfred Taubert: Straßennamen von Gera

Mohrenplatz

Postkarte vomMohrenplatz.

Archiv: Stadtmuseum

Seit 2008 befindet sich der Nach-

lass des am 24. November 1893 in

Vieselbach bei Erfurt geborenen

Erich Unger im Stadtmuseum Gera.

Kürzlich konnte diese Sammlung

angekauft werden und geht damit

dauerhaft in den Bestand des Stadt-

museums über. Möglich wurde der

Ankauf in Höhe von 1.400 Euro

durch die Thüringer Staatskanzlei,

des „Fördervereins Stadtmuseum

Gera e.V.“ und der Einzelspende

eines Mitglieds des Fördervereins.

Corinna Backhaus, eine entfernte

Verwandte und Nachlassverwalterin

übergab das umfangreiche Konvolut

an Matthias Wagner, wissenschaft-

licher Mitarbeiter des Stadtmuse-

ums. Dieser kuratierte bereits 2008

eine Sonderausstellung zu Erich

Unger unter dem Titel „Von Jena

nach Gera“. Der Nachlass umfasst

mehrere großformatige Ölgemäl-

de und Aquarelle, einige hundert

Zeichnungen, Briefe, Bücher, Fotos

und Tagebücher. Besonders für die

Stadtgeschichte sind seine großfor-

matigen Bilder sehr interessant und

detailreich. Ungers offensichtliche

Vorliebe, seine Bilder meist von ei-

nem erhöhten Standpunkt aus zu

malen, geben aufschlussreiche und

ungewöhnliche Perspektiven wieder

und sind deshalb sowohl für Histori-

ker als auch für die stadtinteressier-

ten Geraer im Detail immer wieder

überraschend. Erich Unger studierte

von 1907 bis 1912 an der Kunstge-

werbeschule Erfurt. Anschließend

leistete er als Freiwilliger einen ein-

jährigen Militärdienst. Von 1913 bis

1924 arbeitete Erich Unger als Wer-

begrafiker in der Reklameabteilung

bei Carl Zeiss in Jena. Er fertigte

Werbeanzeigen und Entwürfe für

Produkte des Weltkonzerns, illus-

trierte Bücher, Zeitschriften und

schuf eine Grafikserie mit Jena-

Motiven. Eine ähnliche Serie für

Gera liegt im Entwurf vor, kam aber

offensichtlich nicht zur Ausführung.

1919 heiratet Erich Unger die Ge-

raerin Martha Mornhinweg, er hatte

sie 1916 als Mitglied der Wandervo-

gel-Bewegung kennengelernt. Drei

Kinder, Ulrich, Brigitta und Ursula,

werden geboren und 1924 erfolgte

der Umzug nach Gera. Hier arbei-

tet er als Prokurist im Fahrzeug-

haus seines Schwiegervaters, Ecke

Heinrichstraße / Schaarschuchgasse

(heute Clara-Viebig-Straße). Älte-

ren Geraern ist dieses Geschäft mit

dem markanten Schriftzug „FAHR-

ZEUGHAUS

MORNHINWEG“

über der Eingangszone sicher noch

ein Begriff. Unger bemühte sich stets

um einen eigenen Malstil, jedoch

musste er aus Gründen des Broter-

werbes die Malerei oftmals zurück-

stellen. Umso beachtlicher ist sein

Gesamtwerk.

Aus gesundheitlichen Gründen

gab er Ende der 1960er Jahre die

Malerei auf. Am 9.Dezember 1987

verstarb Erich Unger in Gera.

Ankauf für das Stadtmuseum

Nachlass von Erich Unger

Matthias Wagner präsenentiert den Ankauf. Foto: Taubert